Selbst wenn du alles gibst, streng nach Trainingsplan lebst und ständig Vollgas gibst: Mehr Lebensjahre garantiert dir das nicht. Im Gegenteil, moderate Bewegung unterstützt die Langlebigkeit mehr als extremes Dauer-High-Intensity-Training. Zu diesem Schluss kommt eine neue Langzeitstudie aus Finnland, die auf den Daten von Zwillingspaaren basiert.
Moderates Training vs. Extremsport
Immer bis zum Maximum – jahrzehntelang galt intensiver Sport als Strategie für ein längeres Leben. Diesen Irrtum klären neue Zwillingsdaten* auf und liefern überraschende Erkenntnisse darüber, warum mehr Training nicht automatisch auch mehr Lebenszeit mit sich bringt.
WichtigZwillingsdaten sind Forschungsdaten aus Studien mit eineiigen und zweieiigen Zwillingen. Sie werden genutzt, um herauszufinden, wie stark Genetik und Umweltfaktoren bestimmte Eigenschaften, Krankheiten oder Verhaltensweisen beeinflussen.
Die finnische Zwillingsstudie im Überblick
Die Studie der Universität Jyväskylä, bei der Daten von über 22.000 Zwillingen ausgewertet wurden, zeigt: Moderate Bewegung verlängert die Lebensdauer um rund 7 Prozent im Vergleich zu inaktiven Personen. Wer jedoch "übertrainierte" oder dauerhaft Hochleistungssport machte, profitierte nicht zusätzlich. Der größte Vorteil entsteht nicht bei Menschen, die täglich an ihre Grenzen gehen, sondern bei denen, die mäßig aktiv sind.
So wirkt moderates Training auf hormonelle Balance und Herzgesundheit
Ausgewogene Bewegung fördert die hormonelle Balance und kommt der Herzgesundheit zugute – ein entscheidender Baustein für ein gesundes, langes Leben.
7 gesundheitsfördernde Aspekte von moderatem Training:
- Unterstützt einen stabilen Cortisolspiegel, reduziert Stresshormone
- Fördert eine gesunde Testosteronproduktion ohne Überlastung
- Hilft, den Stoffwechsel zu stabilisieren
- Verbessert die Insulinsensitivität und hält den Blutzucker konstanter
- Verhindert extreme Stresshormonspitzen, wie sie bei sehr intensiven Workouts auftreten
- Begünstigt die Ausschüttung regenerativer Hormone für Reparatur, Regeneration und Anti-Aging
- Senkt Blutdruck, verbessert Gefäßelastizität und stabilisiert die Herzfrequenzvariabilität
Wie viel Training ist genug?
Elina Sillanpäa, außerordentliche Professorin für Gesundheitsförderung an der Universität Jyväskylä und Gruppenleiterin der Studie, sagt: "Wir haben festgestellt, dass der Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität in der Freizeit und biologischem Altern U-förmig verläuft: Sowohl Personen mit sehr geringer als auch mit sehr hoher Aktivität zeigten ein beschleunigtes biologisches Altern."
Die optimale Trainingsmenge, von null bis intensiv
- Keine bis kaum Aktivität (0–60 Minuten pro Woche): erhöhtes Mortalitätsrisiko
- Moderate Aktivität (50–300 Minuten pro Woche): optimal
- High-Intensity-Training (>300 Minuten pro Woche): kein zusätzlicher Überlebensvorteil
Mehr ist nicht besser: Die Trainingsgrenze, die du kennen musst
Warum maßvolles Training genug Training ist: Antworten auf die wichtigsten Fragen
Ja. Laut finnischer Zwillingsstudie senkt moderate Aktivität das Sterberisiko um rund 7 Prozent im Vergleich zu inaktiven Personen – mehr Training bringt dabei keinen zusätzlichen Effekt.
Ideal sind 3–5 Einheiten pro Woche, kombiniert aus Kraft und Ausdauer – wichtig ist die Regelmäßigkeit, nicht die maximale Intensität.
Dauerhafte Hochbelastung kann den Körper stärker stressen, die Hormonbalance stören und langfristig sogar das biologische Altern beschleunigen. Der Vorteil steigt also nicht linear mit der Intensität.
Ja. Es stabilisiert Cortisol, fördert gesunde Testosteronwerte, verbessert die Insulinsensitivität und unterstützt regenerative Prozesse. Zudem stärkt es den Herzmuskel, sorgt für bessere Durchblutung, senkt den Blutdruck und wirkt entzündungshemmend – ohne das Risiko von Überlastung wie bei extrem intensiven Workouts.





