Rumänisches Kreuzheben ist ein Klassiker im Krafttraining, der besonders die hintere Oberschenkelmuskulatur und den unteren Rücken gezielt beansprucht. Hier erfährst du alles, was du dazu wissen solltest.
Summary
- Schwierigkeitsgrad: Fortgeschrittene bis Profis
- MET-Wert: 6
- Hauptregion: Hintere Kette
- Equipment/Hilfsmittel: Lang- oder Kurzhantel, Kettlebell
Was ist Romanian Deadlift und warum ist rumänisches Kreuzheben so effektiv?
Egal, ob du deine Leistung im Krafttraining verbessern, Verletzungen vorbeugen oder einfach eine bessere Haltung entwickeln möchtest, rumänisches Kreuzheben sollte in keinem Trainingsplan fehlen.
Rumänisches Kreuzheben oder auch Romanian Deadlift, kurz RDL, ist eine der effektivsten Übungen, wenn es darum geht, deine hintere Oberschenkelmuskulatur (Hamstrings) und den unteren Rücken gezielt zu stärken und zu formen. Im Vergleich zum klassischen Kreuzheben liegt der Fokus hier stärker auf der exzentrischen Bewegung und der Dehnung der Beinbeuger.
Im Gegensatz zu komplexeren Übungen, bei denen viele Muskelgruppen gleichzeitig arbeiten, fokussiert sich rumänisches Kreuzheben besonders auf die Muskulatur der hinteren Oberschenkel, des Gesäßes und des unteren Rückens. Die Bewegung besteht darin, die Hüfte nach hinten zu schieben und den Oberkörper kontrolliert nach vorn zu neigen, wodurch eine tiefe Dehnung der Hamstrings entsteht.
Die besondere Bedeutung des rumänischen Kreuzhebens liegt in seiner Fähigkeit, die Muskelfasern lang zu dehnen und zu aktivieren, was das Muskelwachstum und die Verletzungsprophylaxe gezielt fördert. Vor allem für Bodybuilder, Kraftsportler und Läufer ist diese Übung daher ein wichtiger Bestandteil des Trainingsprogramms.
Rumänisches Kreuzheben gehört zu den besten Übungen im Kraftbereich, um die hintere Muskelkette zu stärken. Besonders deine Hamstrings, deine Gesäßmuskulatur und dein unterer Rücken werden bei dieser Übung beansprucht.
Infobox: Deadlift vs Romanian Deadlift (RDL)Der größte Unterschied liegt im Bewegungsmuster: Während das klassische Kreuzheben eine kombinierte Knie- und Hüftstreckung ist, handelt es sich beim Romanian Deadlift um eine nahezu reine Hüftstreckung. Dadurch werden vor allem die Hamstrings und der Gluteus maximus stärker belastet, während der Quadrizeps durch die fixierte Knieposition kaum mitarbeitet. Wer gezielt die Rückseite kräftigen und formen will, greift zum RDL.
Diese Muskeln werden trainiert

Beanspruchte Muskeln beim Romanian Deadlift (Rumänisches Kreuzheben).
Beim rumänischen Kreuzheben arbeitet die gesamte hintere Muskelkette (Posterior Chain) als funktionelle Einheit. Da mehrere Gelenke involviert sind und massive Stabilisierungsarbeit geleistet wird, handelt es sich um eine komplexe Verbundübung.
Primäre Zielmuskeln (Agonisten):
- Hintere Oberschenkelmuskulatur (Hamstrings): Der Fokus der Übung liegt auf dem biceps femoris, M. semitendinosus und M. semimembranosus. Durch die fixierte Knieposition werden diese Muskeln unter maximaler exzentrischer Last gedehnt.
- Gesäßmuskulatur (M. gluteus maximus): Er ist der Hauptantreiber für die kraftvolle Hüftstreckung, um den Oberkörper aus der Vorbeuge wieder aufzurichten.
Unterstützende Muskulatur (Synergisten und Stabilisatoren):
- Rückenstrecker (M. erector spinae): Diese Muskelgruppe leistet Schwerstarbeit, um die Wirbelsäule während der gesamten Bewegung in einer neutralen, stabilen Position zu halten und gegen die Last zu sichern.
- Core-Muskulatur: Die geraden und schrägen Bauchmuskeln bauen den notwendigen intraabdominalen Druck auf, um den unteren Rücken zu schützen.
- Oberer Rücken und Unterarme: Der Trapezmuskel fixiert die Schulterblätter, um den oberen Rücken unter der Last stabil zu halten.
MET-Wert und Kalorienverbrauch
Der MET-Wert (Metabolisches Äquivalent) beim rumänischen Kreuzheben liegt bei 6. Dies kennzeichnet eine schwere körperliche Belastung, bei der die Muskulatur unter hoher mechanischer Spannung steht und das Nervensystem stark gefordert wird. Im Gegensatz zu moderatem Cardio-Training sorgt dieser hohe MET-Wert für eine signifikante Stoffwechselrate während und nach dem Training.
Ein 75 kg schwerer Sportler verbrennt bei 10 Minuten effektiver Trainingszeit etwa 75 kcal. Der wahre metabolische Vorteil liegt jedoch im Nachbrenneffekt (EPOC): Durch die intensive Beanspruchung der großen Muskelgruppen (Hamstrings und Gluteus) bleibt die Stoffwechselrate noch Stunden nach dem Training erhöht, was den Romanian Deadlift zu einem hocheffektiven Werkzeug für die Körperdefinition macht.
Vorteile des Romanian Deadlift
Rumänisches Kreuzheben verbessert nicht nur die Kraft und Optik deiner hinteren Oberschenkel und deines Rückens, sondern fördert auch die Hüftmobilität und Stabilität. Durch die kontrollierte Dehnung und das gezielte Training der Hamstrings und Glutealmuskeln wird die Muskelfunktion verbessert.
Das hilft bei weiteren Kraftübungen sowie, bei vielen sportlichen und alltäglichen Bewegungen, bei denen Heben, Strecken oder Stabilisieren der Hüfte gefragt sind.
- Stärkung der hinteren Kette: Der RDL trainiert gezielt die Hamstrings, das Gesäß und den unteren Rücken, was zu mehr Kraft und Stabilität führt.
- Verbesserung der Körperhaltung: Eine starke hintere Kette hilft, Fehlhaltungen zu korrigieren und Rückenschmerzen vorzubeugen.
- Mehr Beweglichkeit: Durch das kontrollierte Absenken der Hantel wird die Beinrückseite gedehnt, was die Flexibilität verbessert.
- Verletzungsprävention: Stabile Bein- und Rückenmuskeln reduzieren das Risiko von Verletzungen bei anderen Sportarten.
Nachteile des Rumänischen Kreuzhebens
Beim RDL wählen Männer häufig ein zu hohes Gewicht, was zu Rundrücken und Überlastung der Lendenwirbelsäule führt. Eine zu geringe Hüftbeweglichkeit oder verkürzte Hamstrings erschweren die saubere Technik. Fehlender Core-Support und zu schnelles Tempo erhöhen zusätzlich das Verletzungsrisiko.
Für Einsteiger ist der RDL nur bedingt geeignet und sollte zunächst ohne Zusatzgewicht erlernt werden.
Die richtige Ausführung des Romanian Deadlift
Um RDL verletzungsfrei und effektiv auszuführen, brauchst du die richtige Technik. Im Video siehst du die Ausführung des Romanian Deadlift mit Kurzhanteln:
Wichtig zu beachten
Startposition: Stelle dich hüftbreit auf und halte die Langhantel mit einem schulterbreiten Obergriff vor den Oberschenkeln. Die Schultern sind zurückgezogen, der Rücken bleibt gerade, und die Halswirbelsäule bleibt in neutraler Verlängerung (Blick wandert mit der Vorbeuge Richtung Boden). Die Arme bleiben während der gesamten Bewegung gestreckt, die Ellenbogen fixiert – sie dienen nur als Verbindung zur Hantel.
Bewegung nach unten: Schiebe die Hüfte nach hinten, während du die Hantel nah am Körper führst. Die Knie bleiben leicht gebeugt, und der Oberkörper neigt sich nach vorn, bis du eine deutliche Dehnung in den Hamstrings spürst. Achte darauf, dass der Rücken gerade bleibt und nicht rundet.
Rückkehr in die Startposition: Spanne die Gesäßmuskeln an und richte den Oberkörper wieder auf, indem du die Hüfte nach vorn schiebst. Die Hantel bleibt während der gesamten Bewegung dicht am Körper.
Dos und Don'ts
Die häufigsten Fehler – und wie du sie vermeidest
Diese Fehler treten beim RDL besonders häufig auf und erhöhen das Verletzungsrisiko – vor allem im unteren Rücken.
Checkliste für Anfänger
- Leicht starten: Beginne mit leerer Langhantel oder Kurzhanteln, um die Hüftbewegung sauber zu lernen.
- Rücken neutral halten, Brust leicht anheben, Blick leicht schräg nach vorne richten.
- Bewegung aus der Hüfte führen, nicht aus dem unteren Rücken oder den Knien.
- Bewegungsradius: Die Stange startet an der Hüfte und wird eng am Bein bis unter das Knie bzw. bis zur Mitte des Schienbeins geführt.
Varianten des rumänischen Kreuzhebens
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, rumänisches Kreuzheben auszuführen, um unterschiedliche Muskelbereiche zu fokussieren und neue Reize zu setzen. Mit Kurzhanteln oder Kettlebells statt Langhantel kannst du die Übung variieren und kleine Stabilisationsmuskeln zusätzlich aktivieren.
Eine Variante ist das einbeinige rumänische Kreuzheben, das besonders die Balance und Rumpfstabilität fordert. Auch der Einsatz von Widerstandsbändern kann die Übung vielseitiger machen.
Der Griff (Über- oder Untergriff) sowie die Beugung der Knie und die Ausführungsgeschwindigkeit sind weitere Parameter, die das Training anpassen und intensivieren.
Romanian Deadlift zuhause trainieren
Auch ohne Fitness-Studio kannst du rumänisches Kreuzheben effektiv trainieren. Kurzhanteln, Kettlebells oder schwere Wasserflaschen sind gute Alternativen. Beachte jedoch, dass bei Kurzhanteln der Griffpunkt tiefer liegt; gehe nur so tief, wie dein Rücken absolut gerade bleibt – ein Berühren des Bodens ist beim RDL nicht notwendig.
Eine stabile Standfläche und ein Spiegel zur Kontrolle der Haltung sind hilfreich. Das einbeinige rumänische Kreuzheben eignet sich ebenfalls gut für das Training zu Hause, da wenig Equipment benötigt wird.
Progressionsweg und Trainings-Tipps
Mit diesem Stufenplan kannst du rumänisches Kreuzheben sicher erlernen und deine Leistung kontinuierlich steigern:
Level 1: Technik lernen mit geringem Gewicht
- Ziel: Saubere Bewegungsausführung und Rücken schonen
- Übungsmittel: leichte Hanteln oder Widerstandsbänder
- Wichtig: Langsame, kontrollierte Ausführung, Knie leicht gebeugt, Rücken gerade halten, keine Schwungbewegungen
Level 2: Eigenständige Ausführung mit moderatem Gewicht
- Ziel: Sichere Technik und erste Muskelreize
- Übungsmittel: Langhantel mit geringem Gewicht oder Kurzhanteln
- Wichtig: Gleichmäßiges Tempo, Fokus auf Hüftbewegung, Muskelspannung halten
Level 3: Steigerung der Intensität und Volumen
- Ziel: Muskelaufbau und Kraftsteigerung
- Einsatz: 3 bis 4 Sätze mit 8 bis 12 Wiederholungen
- Wichtig: Volle Konzentration auf Technik, langsame exzentrische Phase
Level 4: Varianten zur gezielten Belastung
- Ziel: Balance und Stabilität verbessern
- Varianten: einbeiniges rumänisches Kreuzheben, Kettlebell-Varianten, unterschiedliche Griffarten
- Wichtig: Variation regelmäßig einbauen, um Plateaus zu vermeiden
Level 5: Integration in funktionales Training
- Ziel: Kombination aus Kraft und Stabilität
- Kombinationen: Rumänisches Kreuzheben und Kniebeugen, Ausfallschritte, Core-Training
- Wichtig: Rumpfspannung halten, Fokus auf Gesamtkräftigung und Verletzungsprävention
FAQ: Rumänisches Kreuzheben
Es stärkt gezielt die hintere Oberschenkelmuskulatur, Gesäß und den unteren Rücken, verbessert die Hüftmobilität und beugt Verletzungen vor.
1- bis 2-mal pro Woche, idealerweise als Ergänzung zu Grundübungen.
Ja, mit Kurzhanteln, Kettlebells oder Widerstandsbändern lässt sich die Übung gut zu Hause ausführen.
Achte auf eine kontrollierte Ausführung mit leicht gebeugten Knien und neutralem Rücken. Überdehne die Hüfte nicht.
Bedingt. Da der Romanian Deadlift eine präzise Kontrolle des Hüftscharniers und hohe Rumpfstabilität erfordert, sollten Anfänger die Technik zunächst ohne Gewicht oder unter professioneller Aufsicht erlernen, bevor sie die Übung als schwere Krafteinheit nutzen.





