Die Farbe, Form und Konsistenz des Stuhlgangs verrät einiges über deine Gesundheit. Panumas Yanuthai / Shutterstock.com

Stuhlgang-Farbe: So gesund bist du

Stuhlgang-Farbe Das verrät die Stuhlfarbe über deine Gesundheit

Darum lohnt sich ein regelmäßiger Blick in die Kloschüssel: Was Farbe, Form und Konsistenz des Stuhls über deine Gesundheit verraten

Beim Essen zermahlen unsere Zähne die Nahrung. Sie rutscht dann mit dem Speichel durch die Speiseröhre in den Magen. Dort vermischt sich der Brei mit Säuren und gelangt in den Dünndarm, wo die Bauchspeicheldrüse und Leber weitere Enzyme dazugeben. Anschließend wird alles verdaut. Über die Lymphe, einer Körperflüssigkeit im Dünndarm, und die Schleimhäute gelangen dabei die Nährstoffe ins Blut. Der übrig gebliebene Brei rutscht in den Dickdarm, wo ihm weitere Flüssigkeit entzogen wird, bevor am Ende der Stuhl ausgeschieden wird. Ein Gemisch aus viel Wasser, unverdauten Nahrungsresten, abgestoßenen Zellen der Darmschleimhaut und Schleim.

Dreimal pro Tag bis dreimal die Woche Stuhlgang ist normal, sagt der Leiter der Sektion Molekulare Gastroenterologie am Otto-von-Guericke Universitätsklinikum in Magdeburg, Priv.-Doz. Dr. med. habil. Alexander Link. Immerhin sei Stuhl etwas sehr Individuelles, das auch im Laufe des Lebens optimiert wird. Trotzdem lohnt es sich ab und an in die Toilettenschüssel zu schauen. Denn die Farbe, Form und Konsistenz des Stuhls verraten viel über deine Gesundheit.

Welche Stuhlgang-Farbe ist normal?

Normalerweise wird die Farbe deines Stuhls von der Leber bestimmt. "Durch die Leber wird Bilirubin ausgeschieden", erklärt der Gastroenterologe Link. Bilirubin ist ein gelbliches Produkt, das entsteht, wenn der rote Blutfarbstoff Hämoglobin im Körper abgebaut wird. Dieses wird dann durch die Darmbakterien umgewandelt. Die Folge: Bräunlich gefärbter Stuhl. Das ist laut Link "ein Zeichen einer guten Interaktion zwischen Leber und Darm".

Warum kann sich die Stuhlfarbe verändern?

Die Ursache für einen verfärbten Stuhl ist eine nicht intakte Darmflora. In unserem Darm leben viele Bakterien, Viren und Parasiten. Sie trainieren normalerweise das Immunsystem, fördern die Produktion von Vitaminen, bauen Produkte ab und wandeln Medikamente um. "Werden diese Bakterien des Darmes zerstört oder gestört, so führt es dazu, dass der Stuhl verfärbt wird und sich die Stuhlform verändert", erklärt der Experte. Das sind die 7 häufigsten Darmbeschwerden. So interpretierst du deine Kotfarbe richtig:

  • Weiß / Lehmfarbig
    Wenn die Leber und der Darm nicht zusammenspielen, entfärbt sich der Stuhl. Er ist dann eher weißlich bzw. lehmfarben. Das ist ein Zeichen, dass der Gallengang unterbrochen ist, so der Experte. Das könne sowohl an einem Tumor als auch an Gallensteinen liegen.
  • Rot
    Gefährlich ist vor allem roter Stuhl. Er könne auf eine hämorrhoidale Blutung, also an den Gefäßpolstern am Enddarm, oder eine Blutung aus dem Dickdarm hinweisen. Grund dafür können Link zufolge eine Ausstülpung im Dickdarm, ein Geschwür, eine Entzündung oder wiederum ein Tumor sein.
  • Schwarz
    "Wenn es im oberen Gastrointestinaltrakt, also der Speiseröhre, dem Magen oder dem Übergang zum oberen Dünndarm blutet, wird der Stuhl schwärzlich", so der Facharzt. Das liegt an der Säure und den Enzymen im Magen, die mithilfe von Eisen den roten Blutfarbstoff umwandeln. Dabei entsteht der eher schwarz gefärbte Kot.
  • Grün oder gelb
    Grünlich oder gelblich wird der Stuhl laut Link hingegen bei bakteriellen und viralen Infektionen; zum Beispiel bei einem Magen-Darm-Infekt mit Durchfall. Die Ursache: Das Bilirubin, was normalerweise für den braunen Farbton des Stuhls verantwortlich ist, wird nicht mehr richtig umgewandelt. Das könne daran liegen, dass der Stuhl zu schnell durch den Darm rutscht oder bestimmte Bakterien wie beispielsweise Salmonellen die Umwandlung stören. Auch wenn der Dünndarm gestört wird, wie beispielsweise bei einer Laktoseintoleranz, oder die Bauchspeicheldrüse nicht richtig funktioniere, entstehe eine gelbliche Färbung. Denn dann wird der Stuhl auch ein bisschen voluminöser und die braune Farbe dadurch verdünnt und etwas heller.

    Nichtsdestotrotz bedeutet ein verfärbter Stuhl nicht gleich etwas Schlimmes. Auch künstliche Lebensmittelfarben für Torten und größere Mengen gesunder Nahrungsmittel wie rote Beete, Spinat oder Heidelbeeren können die Stuhlfarbe kurzfristig verändern.

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Was bedeutet Blut im Stuhl?

"Blut im Stuhl ist ein Warnzeichen, da muss man unbedingt eine Dickdarmspiegelung durchführen", rät Gastroenterologe Link. Nur so könne man frühzeitig bösartige Tumore, wie sie etwa bei Darmkrebs auftreten, erkennen. Das Problem ist allerdings: Blut im Stuhl sieht man nicht immer direkt mit dem bloßen Auge. Dagegen hilft laut Link aber ein fäkaler okkulter Bluttest: "Mit speziellen Präparaten kann man nachweisen, dass da Mini-Bröckchen von Blut sind." Dieser immunologische Stuhlbluttest gehört zu den Vorsorgeuntersuchungen, die jeder Mann kennen und regelmäßig machen sollte.

Warum ist mein Stuhlgang manchmal hart und manchmal schleimig?

Fast noch wichtiger als die Farbe des Stuhls ist dem Gastroenterologen zufolge aber die Konsistenz. Im Normalfall wird dem Stuhl am Ende des Dickdarms weitere Flüssigkeit entzogen, sodass dieser vor der Ausscheidung verfestigt ist. Das bedeutet die Konsistenz deines Stuhls:

  • Wurstförmig
    Die klassische Wurstform erhält der Stuhl durch die Form des Darmes, der wie eine Röhre aufgebaut ist. Durch das Pressen wird der Stuhl dann an die Öffnung angepasst. Das Resultat: Bei dem einen eine längliche, bei dem anderen eine eher kugelige Wurst. Das ist laut Link völlig in Ordnung – vorausgesetzt man hat keine Beschwerden. Nur eine zu dünne Wurst ist schlecht. Sie könne nämlich durch einen Tumor bedingt sein, der den Stuhl zusammenpresst.
  • Flüssig
    Schlecht ist auch eine mehrfache, flüssige Ausscheidung im Laufe des Tages: der Durchfall. Dieser tritt auf, wenn der Darm entzündet ist. Das ist zum Beispiel beim Norovirus der Fall. Dann kann die Flüssigkeit aus dem Dickdarm nicht mehr richtig aufgenommen werden und wird unverarbeitet ausgeschieden. Das hilft bei sportbedingtem Durchfall.
  • Breiig
    Und es gibt noch eine Zwischenstufe: Stuhl der voluminös, glänzend und manchmal auch klebrig ist. "Das kann auf zahlreiche Krankheiten zurückzuführen sein, zum Beispiel auf die Fehlfunktion der Bauchspeicheldrüse, denn sie produziert spezifische Enzyme, die Proteine und auch Fette spalten", erklärt Link. Funktioniert die Spaltung der Nährstoffe allerdings nicht, wird der Stuhl breiig. Das merkt man auch, wenn die Klobürste verstärkt zum Einsatz kommt.

Was ist los, wenn der Stuhl stinkt?

Der breiige Stuhl stinke oft auch stärker. Die Ursache dafür kann eine Fehlfunktion des Dünndarms, beispielsweise eine Glutenunverträglichkeit, sein, so der Experte. Dabei wird zu viel Stuhl produziert, der wenig verdaut wird. Die Darmbakterien greifen diese wenig verdaute Masse an und produzieren dabei Metabolite, ein Stoffwechselzwischenprodukt, das den Gestank verstärkt. Und auch der blutige Stuhl soll ein bisschen eigenartig riechen. Allerdings gibt es "keinen definitiven Beweis, dass ein gewisser Geruch tatsächlich zu einer bestimmten Krankheit passt", ergänzt Link.

Bei welchem Stuhlgang sollte ich zum Arzt gehen?

Hier gilt der Grundsatz: Solange es dir gut geht, ist wahrscheinlich auch dein Stuhl gesund. Allein bei einer roten Stuhlfarbe solltest du direkt zum Arzt. Ebenso, wenn dein Stuhl länger als zwei Wochen eine andere Farbe, Konsistenz und Form als gewöhnlich hat, solltest du dich untersuchen lassen. So lange dauert nämlich ungefähr eine Infektion an. Und wenn du Beschwerden wie beispielsweise eine Verstopfung hast, dann solltest du auch Hilfe holen, empfiehlt der Gastroenterologe. Immerhin könne zu viel Pressen auf der Toilette zu kleinen Aussackungen im Darm führen, die eventuell weitere Beschwerden auslösen. Das hilft bei Hämorrhoiden.

Wie schütze ich meinen Darm am besten?

Einen gesunden Stuhl hast du nur, wenn du deine Darmflora in Takt hältst. Zur Unterstützung nennt der Facharzt zwei Möglichkeiten: Probiotika und Präbiotika. Gerade wer Antibiotika nimmt, muss damit rechnen, dass die Bakterien in seinem Darm angegriffen oder gar zerstört werden. Das kann wiederum zu Durchfall führen. Dagegen würden Probiotika, spezielle Bakterien, welche die Darmbakterien schützen, helfen. Diese Bakterienkulturen gibt es sowohl als Kapseln als auch als Pulver.

Aber auch Präbiotika, also alles, was zu gesunden Bakterien führt, sei wichtig. Dabei handelt es sich zum Beispiel um eine gesunde und vielfältige Ernährung mit Getreide, Obst und Gemüse. "Wenn wir uns einseitig ernähren, dann werden bestimmte Bakterien bevorzugt und die anderen werden vielleicht unterrepräsentiert", erklärt Link. Für einen gesunden Stuhl bräuchten wir aber alle Darmbakterien.

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist für eine intakte Darmflora wichtig. Roter Stuhl tritt bei ernsthaften Erkrankungen auf. Ansonsten gilt: Hast du Beschwerden oder verändert sich dein Stuhl länger als zwei Wochen, dann auf zum Arzt.

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