Hornzipfel sind kleine Pickel am Penis, die viele Männer verunsichern Dragosh Co / Shutterstock.com

Hornzipfel Diese Pickel hat jeder dritte Mann am Penis

Trotz ihrer Häufigkeit sind Hornzipfel für viele ein Tabuthema. Wir klären, woher die warzenartigen Punkte am Penis kommen und was sie bedeuten

Sind die kleinen weißen Pickelchen am Penis harmlos – oder ein Hinweis auf eine Geschlechtskrankheit? Das fragen sich viele, wenn sie das erste Mal die pickelartigen Hautveränderungen am Eichelrand entdecken. Was sie bedeuten und wie man sie wieder loswird, klären wir hier.

In diesem Artikel:

Was sind Hornzipfel?

Im medizinischen auch "hirsuties papillaris penis" oder "papillae coronae glandis" genannt, sind Hornzipfel warzenartige Papeln, die sich am Penis des Mannes ansiedeln. Genauer gesagt kann der gesamte Eichelrand bis zum Eichelbändchen von Hornzipfeln betroffen sein. "Hornzipfel sind aus Gewebe, Blutgefäßen und kleinen Nerven zusammengesetzt. Bei etwa einem Drittel meiner männlichen Patienten sind Hornzipfel am Penis zu erkennen, und zwar unterschiedlich stark ausgeprägt", sagt Dr. med. Maik Pokupic, Facharzt der Urologie am Urologikum Großensee in Schleswig-Holstein. Weltweit haben zwischen 20 und 40 Prozent der Männer Hornzipfel an ihrem besten Stück.

Woran erkennt man Hornzipfel?

Hornzipfeln haben verschiedene charakteristische Merkmale, vor allem aber erkennt man sie an dem Ort, an dem sie sich ansiedeln. "Hornzipfel können als einzige Hautveränderung ausschließlich um den gesamten Rand des glands penis (Eichel) herum erscheinen, und zwar reihenförmig. So lassen sich Hornzipfel von anderen warzenartigen Erscheinungen, wie condylomata acuminata (Feigwarzen), unterscheiden", erklärt Dr. Pokupic. Auch eine Verwechslung mit den vom Aussehen ähnlichen Fordyce-Drüsen, welche sich in Form von weißen punktförmigen Gebilden am gesamten Penis und Hodensack befinden können, kann so ausgeschlossen werden. So pflegst du dein bestes Stück richtig.

Ein einzelner Hornzipfel kann in der Größe von unter einem Millimeter bis zu drei Millimetern variieren und steht zipfelartig vom Penis ab. Besonders gut sichtbar werden die kleinen Pickelchen während einer Erektion – vor allem an einem nicht beschnittenen Glied. Das liegt daran, weil die Haut am erigierten Penis gedehnt wird und Unebenheiten stärker hervorstehen. Die Hornzipfel erscheinen rötlich, weißlich oder hautfarbig gefärbt.

Achtung: Diese Erkennungsmerkmale dienen nicht der Selbstdiagnose. Zur Sicherheit sollte immer zusätzlich ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Wie entstehen Hornzipfel?

Tatsache ist, dass es für die Entstehung von Hornzipfeln keinen eindeutigen Auslöser gibt. Entgegen der Aussage mancher Experten entwickeln sich die Pickelchen nicht erst im Rahmen der Pubertät. Dr. Pokupic versichert: "Ich habe Hornzipfel mehrfach auch bei Untersuchungen an Patienten im Kindesalter vorfinden können. Meine Vermutung ist, dass sich bis zur Pubertät niemand dafür interessiert, wie genau sein Penis aussieht. Entdecken tun viele junge Männer ihre Hornzipfel erst mit Beginn der sexuellen Aktivität – das heißt aber nicht, dass sie vorher nie da waren."

Die warzenartigen Papeln können ebenso wie jegliche andere körperliche Merkmale vererbt werden. Sie gelten als harmlose Hautveränderungen (Angiofibrome), die in ähnlicher Form auch beispielsweise im Gesicht oder an den Fingern auftreten können. Auch diese Penis-Fakten solltest du kennen.

Welche Funktion haben Hornzipfel?

Hornzipfel haben als zusätzlicher Bestandteil der Eichel ein ähnliches sensorisches Vermögen wie die Eichel selber. "Viele meiner Patienten berichten, dass sie beim Sex über die Hornzipfel ein gewisses Lustgefühl verspüren", sagt Dr. Pokupic. Dies ist den Nerven zu verdanken, die sich in den einzelnen Papeln befinden.

Eine Notwendigkeit sind die Pickel am Penis aber nicht. Im Gegenteil: Experten vermuten, dass es sich bei Hornzipfeln um einen erblich bedingten Atavismus handelt. Sprich: Hornzipfel als anatomisches Merkmal haben sich evolutiv über Generationen zurückgebildet und kommen nun vereinzelt wieder vor – erfüllen für den heutigen Menschen aber keine notwendige Aufgabe mehr. Das zufällige Auftreten eines Atavismus würde auch erklären, warum weltweit nur etwa ein Drittel der Männer von Hornzipfeln betroffen sind.

Sind Hornzipfel sexuell übertragbar?

Aufgrund ihrer optischen Ähnlichkeit zu Geschlechtskrankheiten wie Feigwarzen und Pilzinfektionen befürchten viele Männer, die Pickelchen an ihrem Penis seien sexuell übertragbar. Diese Angst ist laut Dr. Pokupic aber unbegründet, da Hornzipfel "keine Geschlechtskrankheit sind und somit auch nicht beim Geschlechtsverkehr weitergegeben werden können."

Übrigens: Frauen sind im Vergleich zu Männern extrem selten von diesem Phänomen betroffen – weniger als 10 Prozent aller Frauen weltweit haben Hornzipfel.

Wie können Hornzipfel das Sexualleben beeinflussen?

Glücklicherweise ist eine sexuelle Übertragbarkeit bei Hornzipfeln ausgeschlossen. Das nimmt aber leider nicht die psychische Last, die die Hautveränderung am Penis auf eine sexuelle Beziehung haben kann. Hornzipfel können den Mann hinsichtlich des Aussehens seines besten Stücks stark verunsichern. Fragende Blicke oder Kommentare der Sexualpartnerin können im Schlafzimmer für unangenehme Stimmung sorgen und sogar bis hin zu Erektionsstörungen führen.

"Der Penis des Mannes ist individuell. Das betrifft die Form, die Farbe, die Größe und eben auch ob man Hornzipfel hat oder nicht. Als mehr sollte es nicht angesehen werden", rät Dr. Pokupic.

Tipp: Wenn du merkst, dass deine Partnerin etwas genauer hinguckt, solltest du ihr nach Möglichkeit die Sorge nehmen. Versichere ihr vor allem, dass es sich um keine Geschlechtskrankheit handelt. So vermeidest du, dass sie sich Schlimmeres vorstellt und nimmst ihr die Angst, nachzufragen.

Welche Symptome hat man bei Hornzipfeln?

Die Symptomatik bei Hornzipfeln beschränkt sich auf mögliche – aber sehr leichte – Schmerzen nach dem Sex. "Insbesondere bei stark ausgeprägten und hervorstehenden Hornzipfeln kann es durch die Reibung beim Geschlechtsverkehr zu leichten Schmerzen kommen. Da empfehle ich immer Gleitgele öder natürliche Öle zu benutzen, um die Reibung zu minimieren", sagt Dr. Pokupic.

Davon abgesehen gehen die kleinen Zipfel am Eichelrand mit keinerlei Beschwerden einher. Solltest du also Pickelchen oder Warzen an deinem besten Stück entdecken und nebenbei Juckreiz, Brennen oder sonstige Begleiterscheinungen verspüren, ist es dringend Zeit einen Arzt aufzusuchen. Solche Symptome lassen nämlich eher eine Geschlechtskrankheit vermuten als harmlose Hornzipfel. Das sind die häufigsten Geschlechtskrankheiten.

Wie kann man Hornzipfel loswerden?

Obwohl medizinisch kein Grund dafür besteht, wollen viele aus ästhetischen Gründen ihre Pickelchen loswerden. Warum, erklärt Dr. Pokupic: "Wir leben heutzutage in einer Welt, in der sehr jung und sehr viel Pornografie konsumiert wird. Das beeinflusst junge Männer, weil sie immer das Bild von einem 'perfekten' Penis vor Augen geführt kriegen. Im Vergleich mit ihrem eigenen Penis führt das oft zu Verunsicherungen, gerade bei vermeintlichen Unregelmäßigkeiten wie Hornzipfeln.“ Das hilft jungen Männern mit Erektionsstörungen. Von der Krankenkasse werden die Kosten übrigens nicht übernommen, da es sich bei der Entfernung von Hornzipfeln um ein kosmetisches Anliegen handelt.

Das sind die beliebtesten Möglichkeiten, die warzenartigen Punkte loszuwerden:

  • CO2-Laser
    Dauer:
    zirka 30-60 Minuten
    Kosten: etwa 300-900 € pro Sitzung
    Die Hautoberfläche wird mit einer Anästhesiecreme betäubt und anschließend werden die Hornzipfel punktuell mit einem Laserstrahl bearbeitet. So verdampfen die Gewebeknötchen und es bildet sich Wundschorf überall dort, wo gelasert wurde. Nach maximal 14 Tagen ist diese Kruste komplett abgefallen. Der Vorgang muss in der Regel 1-3 Mal durchgeführt werden.
  • Mikroelektrokauter
    Dauer:
    zirka 30-60 Minuten
    Kosten: etwa 300-800 € pro Sitzung
    Die Behandlung läuft genauso ab wie die Laserbehandlung. Jedoch werden die Pickelchen mithilfe von elektrischem Strom verdampft. Tatsächlich wird diese Methode von behandelnden Ärzten aber seltener angeboten, da der Mikroelektrokauter weniger präzise arbeitet und so ein erhöhtes Komplikationsrisiko besteht.
  • Radiowellen
    Dauer: zirka 30 Minuten
    Kosten:
    etwa 700 € pro Sitzung
    Auch die Behandlung mithilfe von Radiowellen läuft sehr ähnlich ab wie die oben genannten Behandlungsmöglichkeiten. Die Radiowellen sollen aber den Vorteil haben, dass sie weniger tief in die Haut eindringen und somit stärkeren Vernarbungen vorbeugen.

    Achtung: All diese Behandlungsmöglichkeiten bringen Risiken wie Narbenbildung und Wiederkehr der Hautknötchen mit sich. Darüber hinaus reicht in den meisten Fällen eine Sitzung nicht aus, um die Hornzipfel gänzlich zu entfernen, daher muss mit hohen Kosten gerechnet werden.
  • Cremes und Öle
    Kosten:
    etwa 10-20 €
    Weniger kostspieliger ist es, zu versuchen, Hornzipfel mithilfe von Cremes wie Aloe Vera und Ölen wie Teebaum- oder Rizinusöl loszuwerden. Diese Produkte sind allerdings nicht spezifisch für die Behandlung von Hornzipfeln gedacht, sondern wirken eher als generelle Pflege für verschiedenste Hautprobleme und können die Haut auch unangenehm reizen. In Einzelfällen haben Öle und Cremes bei regelmäßiger Anwendung aber auch schon das Problem beseitigt – sind also möglicherweise einen Versuch wert.

Fazit: Hornzipfel sind absolut unproblematisch

Die gute Nachricht: Hornzipfel sind keine Geschlechtskrankheit und bringen keinerlei gesundheitliche Risiken mit sich. Eine Behandlung ist also so gesehen nicht nötig. Wen die kleinen Pickel am Glied aber trotzdem stören, der kann sie mit einer dieser Methoden versuchen in den Griff zu bekommen.

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