Schwitzige Hände beim Handschlag sind für alle Beteiligten unangenehm gornostay / Shutterstock.com

Schwitzige Hände Die 4 besten Tipps, die sofort gegen Schweißhände helfen

Feuchte Hände beim Händedruck? Wie unangenehm! Daran liegt's und das sind die besten Tipps gegen schwitzige Hände

Eine unangenehme Situation: Du gibst einem neuen Arbeitgeber, Kunden oder dem Schwiegervater die Hand, der verzieht das Gesicht und wischt seine Hand danach kurz über die Hose. Ein feuchter Händedruck kann für alle Beteiligten ziemlich unangenehm werden.

Aber wie soll man denn verhindern, dass die Hände anfangen, unkontrolliert zu schwitzen? Besonders wenn man Angst vor den Schweißhänden hat und deshalb nur noch mehr schwitzt. Ein Hautarzt hat 4 effektive Tipps für uns und erklärt außerdem, wie Ärzte das Problem behandeln können.

Warum bekommt man schwitzige Hände?

Schwitzen ist erstmal etwas ganz Normales. Wenn die Körpertemperatur steigt, will der Körper das ausgleichen, indem er schwitzt. Schweißdrüsen sitzen überall am Körper, besonders viele unter den Achseln, an den Füßen und an den Händen. "Die Verteilung und Aktivität der Drüsen ist aber bei jedem individuell und hängt von genetischen Veranlagungen und der Lebensweise ab", erklärt der Hautarzt Dr. Uwe Kirschner aus Mainz. Und einige Menschen haben an den Händen eben besonders viele und aktive Schweißdrüsen, entsprechend schwitzen sie da mehr.

Wann schwitzen die Hände besonders viel?

Die Schweißproduktion wird von verschiedenen Ursachen angekurbelt. Alles, was den Kreislauf in Schwung bringt, sei es körperliche Aktivität, Koffein oder auch Stress, lässt uns schwitzen. Vielleicht hast du schon mal gemerkt, dass deine Hände feuchter sind als sonst, nachdem du einen Kaffee getrunken oder etwas Scharfes gegessen hast oder nervös warst. Es kann sogar sein, dass du deine Schweißdrüsen trainierst, zum Beispiel durch Sport. Wenn dein Körper schon gewohnt ist, schnell seine Temperatur runterregeln zu müssen, springt die Schweißproduktion auch schneller an. Wenn du dein Workout aber beendet hast oder der Kaffee einige Stunden her ist, hört das Schwitzen in der Regel auch bald wieder auf.

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Nervösität und scharfes Essen fördern die Schweißproduktion, auch an den Händen
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Nach dem Kaffeetrinken, scharfem Essen oder wenn man besonders nervös ist, bekommt man leichter feuchte Hände

Ab wann sind schwitzige Hände nicht mehr "normal"?

Wenn du aber ständig nasse Hände hast, selbst wenn es draußen nicht warm ist und du nicht aktiv warst, hast du vielleicht eine sogenannte Hyperhidrose. Der Begriff bezeichnet ein unnatürlich starkes Schwitzen, das nicht von äußeren Faktoren verursacht wird. Entscheidend für die Diagnose ist vor allem der Leidensdruck des Betroffenen. Es gibt aber auch einen objektiven Schwellenwert: "Wenn eine Person mindestens 30 Milliliter pro Minute an den Händen schwitzt, sprechen wir von einer Hyperhidrose", erklärt Dr. Kirschner.

Das Problem kann als primäre und sekundäre Hyperhidrose auftreten. "Die primäre Hyperhidrose ist wahrscheinlich eine erblich bedingte Erkrankung, denn bisher konnte man keinen anderen Auslöser feststellen", beschreibt der Hautarzt. Man geht davon aus, dass das sogenannte sympathische Nervensystem, also das, was für alle unbewussten Prozesse im Körper zuständig ist, und dessen Botenstoff Acetylcholin hier überaktiv sind. Diese überaktiven Nerven treiben dann an bestimmten Körperstellen, etwa Händen oder Füßen, die Schweißproduktion in die Höhe.

Die sekundäre Hyperhidrose tritt dagegen in der Regel am ganzen Körper auf und es gibt dafür ganz konkrete Ursachen. Übergewicht, Stoffwechselstörungen, Krankheiten oder Arzneien senken die generelle "Schwitztoleranz" und die Körperkühlung geht dann schneller los als bei gesunden Menschen. Typisch dafür sind Infektionen wie eine Grippe, Störungen der Schilddrüse, Übergewicht oder Medikamente wie Antidepressiva. Sie alle können dafür sorgen, dass die Schweißtoleranz des Körpers runtergeht und man schneller anfängt zu schwitzen. "Das geht manchmal nach einigen Wochen wieder weg, es kann aber auch eine dauerhafte Veränderung sein", so Dr. Kirschner.

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Apfelessig hilft gegen schwitzige Hände. Lass ihn über Nacht einwirken und wasche ihn morgens wieder ab
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Apfelessig hilft gegen schwitzige Hände. Lass ihn über Nacht einwirken und wasche ihn morgens wieder ab

Was kann ich selbst gegen schwitzige Hände tun?

Egal, ob du nur manchmal stärker schwitzt oder dauerhaft mit nassen Händen durch die Gegend läufst: Dr. Kirschner hat 4 Tipps, mit denen du Schweißhände vermeiden kannst:

  1. Bekämpfe die Auslöser: Wenn du nur in bestimmten Situationen Schweißhände bekommst oder aber eine sekundäre Hyperhidrose hast, solltest du erstmal die Ursachen angehen. Reagierst du zum Beispiel empfindlich auf Koffein oder scharfes Essen, solltest du das zumindest meiden, wenn du demnächst jemand Wichtigem die Hand geben musst. Wenn du zu Nervosität neigst, kannst du dir eine Entspannungstechnik angewöhnen. Wenn du wegen Übergewicht oder sogar einer Krankheit stärker schwitzt, solltest du das ebenfalls unbedingt angehen, denn oft ist der Schweiß da das geringste Problem.
  2. Apfelessig wirkt über Nacht: Wenn du stattdessen dauerhaft feuchte Hände hast, kannst du es mit diesem Hausmittel versuchen: Reib vorm Schlafen die Bereiche, wo du besonders viel schwitzt, mit einem in Apfelessig getränkten Waschlappen ein. "Während der Essig über Nacht einzieht, verengt er die Schweißdrüsen und bekämpft gleichzeitig die Bakterien, die für den unangenehmen Schweißgeruch verantwortlich sind", erklärt der Hautarzt. Morgens duschst du den Apfelessig wieder ab.
  3. Salbei hilft tagsüber: "Auch Salbei führt dazu, dass sich die Schweißdrüsen zusammenziehen", so Dr. Kirschner. So geht’s: Du kochst einen Teelöffel frischen oder getrockneten Salbei (gibt es in der Apotheke) mit 250 bis 300 Millilitern Wasser auf. Das lässt du 15 Minuten köcheln und danach abkühlen. Jetzt kannst du mehrmals täglich deine Hände mit diesem Salbeitee reinigen.
  4. Hol dir eine Antitranspirant-Creme: So wie es auch Deo mit Aluminiumsalzen gibt, gibt es auch Cremes für die Hände. Das Aluminiumsalz verschließt die Schweißporen verhindert so das Schwitzen. "Allerdings können solche Cremes die Haut auch austrocknen, deshalb sollte man mit einem Arzt absprechen, ob das eine dauerhafte Lösung ist", rät Dr. Kirschner. Für ein wichtiges Treffen kann es aber schnell die Hände trocken halten. Hier kannst du dir eine Dry-Hands-Creme anschauen.

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Welcher Arzt hilft bei Schweißhänden?

Wenn die Tipps nicht helfen und du unter deinen schwitzigen Händen leidest, gehst du am besten zu einem Hautarzt. Einige Praxen bieten sogar spezielle Hyperhidrose-Sprechstunden an. Beim Arzt passiert dann Folgendes:

  1. Ein Gespräch zu deiner Vorgeschichte (Anamnese): Zuerst wird geschaut, wie du so lebst, ob du gesund bist, ob du bestimmte Medikamente nimmst und so weiter. Oft kann er dann schon einschätzen, wo der Grund für dein Problem liegt. Liegt es beispielsweise an Stress, steckt eine ernstere Krankheit dahinter oder sind einfach die Schweißdrüsen überaktiv?
  2. Deine Schweißproduktion wird gemessen (Gravimetrie): "Die Schweißmenge wird mit einer sogenannten Gravimetrie gemessen", erklärt der Arzt. Dabei wird saugfähiges Papier für eine Minute auf deine Hand gelegt und vorher und nachher gewogen. Der Gewichtsunterschied zeigt an, wie viel du in der Zeit geschwitzt hast.
  3. Das Problem wird behandelt (Therapie): Wenn deine Hände wegen einer körperlichen Ursache unangenehm schwitzen, kann man jetzt versuchen, die zu bekämpfen. Bei einer psychologischen Ursache kann dagegen ein Life-Coach oder ein Psychologe dabei helfen, deinen Stress und deine Nervosität zu senken. Liegt dagegen eine primäre Hyperhidrose vor, kannst du mit deinem Hautarzt nach einer Therapie gegen das Schwitzen selbst suchen.
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Bevor du aus Angst vor Schweißhänden deiner Liebsten nicht mehr die Hand geben magst, solltest du dir dringend Hilfe holen

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Wie kann man feuchte Hände dauerhaft loswerden?

Wenn diese Tipps nicht mehr helfen oder du das Problem ein für alle Mal lösen willst, gibt es einige Therapien, die langfristig dagegen helfen.

  • Tabletten können das Schwitzen eindämmen: Sogenannte Anti-Cholinergika, also Medikamente gegen Acetylcholin, führen dazu, dass du weniger schwitzt. "Acetylcholin ist der Botenstoff, der zwischen den Schweißdrüsen und den Nerven kommuniziert. Fehlt der, fehlt auch der Impuls zum Schwitzen", erklärt Dr. Kirschner. Sprich mit einem Arzt aber auf jeden Fall über die Nebenwirkungen und die Wirksamkeit der Medikamente. "Es kann sein, dass die Arznei das Schwitzen hemmt, auch nachdem man sie absetzt, es kann aber danach auch wiederkommen", so der Experte.
  • Ein Elektro-Wasserbad überreizt die Drüsen: "Bei der sogenannten Iontophorese werden mithilfe eines leichten Stromflusses die Schweißdrüsen überreizt und abgestumpft", erklärt Kirschner. Keine Sorge, das tut nicht weh, kribbelt nur ein bisschen auf der Haut und hilft sehr effektiv gegen überaktive Schweißdrüsen. Wenn du das täglich machst, kannst du dir damit 2 bis 3 Tage Ruhe verschaffen. Die Geräte kosten zwischen 350 und 800 Euro, können aber unter bestimmten Bedingungen von der Krankenkasse übernommen werden.
  • Botox blockiert die Schweißreize: Wenn man an der richtigen Stelle Botolinumtoxin, also Botox, unter die Haut spritzt, werden die Nerven blockiert, die den Impuls zur Schweißproduktion weitergeben. "Gerade an den Händen ist das aber sehr schmerzhaft und die Stellen müssen vorher betäubt werden, danach kann es für einige Zeit zu einem Taubheitsgefühl kommen", warnt Kirschner. Eine Behandlung für beide Hände liegt etwa bei 750 Euro und hält gewöhnlich für 4 bis 6 Monate an.
  • Eine OP kann den Sympathikusnerv blockieren: Der Sympathikusnerv ist der, der die Impulse zum Schwitzen an Hände und Füße weiterleitet. In einer OP kann der abgeklemmt und das Schwitzen so dauerhaft reduziert werden. "Allerdings versucht der Körper manchmal, dass durch stärkeres Schwitzen an anderer Stelle auszugleichen", warnt der Hautarzt. Das passiert nicht immer, ist aber ärgerlich, weil die OP sehr aufwendig ist und mit einigen Risiken einhergeht. "Außerdem gibt es keine Garantie, dass man danach nicht mehr schwitzt. Meist sind solche Eingriffe die letzte Möglichkeit", warnt Dr. Kirschner. Wenn alles glattgeht, kann es dein Problem aber dauerhaft lösen.

Übermäßiges Schwitzen an den Händen ist zwar nicht gefährlich, kann aber extrem nervig oder unangenehm sein. Wenn du hin und wieder dazu neigst, kannst du mit unseren Tipps aber ziemlich einfach feuchte Hände vermeiden. Wenn das nicht hilft, gibt es einige recht aufwendige Therapien, die dafür langfristig gegen das Schwitzen helfen.

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