Bei mancher Aussage im Gym oder der Umkleide fragst du dich: Stimmt das? Entscheidend ist nicht, wie oft man es gehört hat, sondern, was der Experte dazu sagt. Darum haben wir unseren Fitness-Prof gebeten, zu einigen der häufigsten Finess-Gerüchten Stellung zu nehmen.
Muss man wirklich für ein Waschbrett 100 Crunches nacheinander packen?
Nein, 1000! Aber Vorsicht: Wenn du nur eine einzige Wiederholung mehr machst, platzen deine Bauchmuskeln, und dir wächst ein Waschbärbauch. Quatsch! Natürlich kann man nicht sagen, nach wie vielen Crunches jemand ein Sixpack bekommt, das hängt von diversen Faktoren ab. Wer sehr wenig Körperfett hat, bei dem zeigen sich Bauchmuskeln schneller. Statt auf die Anzahl der Crunches achte besser auf ein regelmäßiges Rumpftraining und einen möglichst niedrigen Körperfettanteil.
Ist es wahr, dass viele Wiederholungen in Kombi mit niedrigem Gewicht wenig Bauchfett garantieren?
Da ist was dran. Grundsätzlich gilt: Wer sich mehr bewegt, setzt auch mehr Energie um. Beim Krafttraining wird das Fett zwar nicht direkt als Energieträger herangezogen, danach jedoch umso mehr. Effektiv ist es auch, die Pausen zwischen den Trainingssätzen so kurz wie möglich zu halten.
Ist ein Workout nur effektiv, wenn ein Muskelkater folgt?
Nein. Ob und wie stark Muskelkater auftritt, ist nicht nur vom Trainingsreiz abhängig, sondern auch individuell bedingt. Mancher kriegt schon beim Anblick der Hantel Muskelkater, andere nie. Vor allem Hochleistungssportler bemühen sich, effektiv und dennoch so zu trainieren, dass es nicht zu starkem Muskelkater kommt. Dies könnte das Training am Folgetag erheblich einschränken.
Stimmt es eigentlich, dass durch das Beintraining auch der Bizeps größer wird?
So unmittelbar hängt das zwar nicht zusammen, aber es gibt unter Kraftsportlern den Spruch: Wer die Beine nicht ehrt, ist den Bizeps nicht wert. Heißt im Klartext: Beim Training der Beine werden mehr Wachstumshormone ausgeschüttet, und davon profitiert letztlich auch der Oberkörper.
Macht erst die vollständige Streckung des Gelenks eine Wiederholung bei einem Bizeps-Curl komplett?
Da ist zu differenzieren: Für manche Sportler ist es sinnvoll, das Ellenbogengelenk komplett zu strecken, so die volle Bewegungsamplitude zu nutzen, zum Beispiel für Boxer, Kletterer oder Schwimmer, deren Arme auch in voller Streckung kraftvoll arbeiten müssen. Ein Bodybuilder, dessen Training auf Optik abzielt, braucht diese komplette Streckung des Gelenks aber nicht zwingend.
Je schneller ich eine Übung ausführe, desto effektiver ist sie – ist das richtig?
Das hängt davon ab, welche Ziele du mit deinem Training verfolgst. Willst du beispielsweise schneller und kräftiger werden, würde ich dir die schnelle Ausführung durchaus empfehlen. Strebst du jedoch Muskelwachstum an, sind die langsamen Bewegungen sinnvoller, um die Muskelspannung auch wirklich komplett auszukosten.
Sind Geräte tatsächlich schlechter als Freihanteln?
Das Krafttraining an Maschinen ist besser als sein Ruf. Diese 3 Geräte etwa sind top:
Latzug
Super, um mit hohem Gewicht zielgerichtet und sauber zu arbeiten. Gerade für Einsteiger ist es die perfekte Heranführung an den Klimmzug.
Brustpresse
Hier pumpst du deine Brust ganz gezielt auf. Ausweichbewegungen, bei denen andere Muskeln mitarbeiten, sind da nicht möglich.
Beinbeuger
Die Oberschenkel- hinterseiten werden oft vernachlässigt. Dieses Gerät ermöglicht die volle Range of Motion, ist daher absolut zu empfehlen.





