Kennst du das? Der Job fordert, die To-Do-Liste wird länger, vielleicht kriselt es auch privat, aber du funktionierst einfach weiter. Ein bisschen Sport hier, ein Bier mit Freunden da und zwischendurch lenkst du dich mit Netflix oder Social Media ab. Läuft doch, oder?
Kann sein, muss aber nicht. Effektives Stressmanagement sieht in vielen Fällen anders aus. Wir zeigen dir hier, wie.
Die versteckte Stressfalle: Wenn aktiv sein nicht reicht
In einer Langzeitstudie mit 272 Männern im Alter von 30 bis 37 Jahren von der Deakin University in Australien wurde untersucht, wie Männer mit Stress umgehen.
Das Ergebnis: Wie du mit Belastung umgehst, kann dich psychisch krank machen, selbst wenn von außen alles okay aussieht.
Die Forschenden identifizierten 3 typische Bewältigungstypen
1. Die Gelassenen (40-55 Prozent)
Diese Männer setzten auf wenige Strategien, darunter Akzeptanz und etwas Ablenkung. Klingt entspannt und funktioniert tatsächlich gut. Ihre Stresssymptome blieben im normalen Bereich.
2. Die Anpacker (31-47 Prozent)
Sie packten Probleme aktiv an, setzten gezielte Handlungen und akzeptierten, was sich nicht ändern ließ. Auch hier: Die Gruppe war psychisch stabil, Symptome von Stress, Angst und Depression blieben gering.
3. Die Zerrissenen (12-13 Prozent)
Sie planten, handelten und suchten Hilfe, aber gleichzeitig drückten sie Stress weg – durch Verleugnung, Selbstvorwürfe, Substanzkonsum und permanente Ablenkung. Das Ergebnis waren deutlich höhere Symptome von Stress, Angst, Depression und Wut im moderaten bis schweren Bereich. Von außen wirken sie produktiv und sozial. Aber dahinter steckt ein ständiger Kampf gegen unangenehme Gefühle. Das ist auf Dauer nicht gesund.
Männer und Stress: Dein Gehirn tickt anders
Eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung des American Institute oft Stress zeigt, Männer aktivieren unter Stress stärker die Hirnregionen für die Gedankenkontrolle. Damit lassen sich gut Probleme lösen, aber nicht Emotionen verarbeiten. Solche Bewältigungsstrategien sind nicht in Stein gemeißelt. Du kannst sie ändern.
Deine Stress-Strategie: Praxis-Checkliste
- Erkenne deine Stress-Signale: Achte nicht nur auf Kopfschmerzen oder schlechten Schlaf, sondern auch auf mehr Alkohol als sonst, Aufschieben wichtiger Dinge, Gereiztheit, permanente Ablenkung (Serien, Scrollen, Gaming). Frage dich: Wie gehe ich wirklich mit Stress um, nicht nur, wie ich glaube, dass ich es tue?
- Plane echte Erholung: Ablenkung regeneriert nicht. Stattdessen: 30 Minuten Bewegung täglich, soziale Verbindungen pflegen, Handy-freie Auszeiten, Entspannungstechniken lernen.
- Nutze kognitive Strategien, aber nicht ausschließlich: Strukturiere Probleme: Was kann ich ändern? Was muss ich akzeptieren? Setze Prioritäten und hinterfrage Sorgen: Ist das realistisch oder mache ich mir unnötig Druck? Aber denke gleichzeitig daran: Emotionen sind keine Probleme, die gelöst werden müssen. Manchmal musst du sie auch mal aushalten, ohne sie von dir zu schieben.
- Checke deine Vermeidungs-Taktiken: Rote Flaggen: regelmäßiger Substanzkonsum zum Runterkommen, Aufschieben schwieriger Gespräche, Selbstvorwürfe, Verleugnung. Diese Strategien verschlimmern langfristig Stress, Angst und Depression.
- Hole dir Unterstützung, bevor die Krise da ist: Sprich mit Freunden oder Familie. Auch professionelle Hilfe ist strategisch klug und definitiv keine Schwäche.
FAQ: Was Männer über Stress-Bewältigung wissen sollten
Ja. Reflektiere ehrlich deine aktuellen Strategien und probiere gezielt neue Verhaltensweisen aus. Schon das bewusste Wahrnehmen deiner Stressreaktionen ist der erste Schritt.
Ablenkung wird problematisch, wenn sie zur Hauptstrategie wird. Kritische Merkmale können unter anderem ständiges Scrollen statt Schlaf oder regelmäßiger Alkoholkonsum zum Runterkommen sein.
Du musst nicht warten, bis du in einer Krise steckst. Ein Gespräch mit dem Arzt, Psychotherapeuten oder Beratungsstelle kann helfen die Situation einschätzen und die richtige Strategie zu finden.





