Kalt? Perfekt fürs Immunsystem. Forschungsergebnisse bestätigen, was die Nordeuropäer schon lange wissen: Moderate Outdoor-Aktivität im Winter kann nicht nur die Abwehrkräfte stärken, sondern auch die mentale Gesundheit verbessern.
Die Wissenschaft hinter dem Wintertraining
Eine aktuelle Studie analysierte systematisch, wie körperliche Aktivität das Immunsystem bei der Abwehr viraler und bakterieller Infektionen beeinflusst. Die Erkenntnisse: Regelmäßige, moderate körperliche Aktivität kann die Immunkraft stärken, die Antikörperproduktion erhöhen und das Infektionsrisiko senken. Während moderates Training die Abwehrkräfte pusht, kann exzessives oder lang anhaltendes intensives Training zum Beispiel über 90 Minuten das Immunsystem vorübergehend schwächen und die Anfälligkeit für Infektionen erhöhen.
Was Wintertraining draußen bewirkt
Der Temperaturwechsel beim Training regt die Durchblutung an und trainiert das Immunsystem. Die kalte Luft befeuchtet bei korrekter Nasenatmung die Schleimhäute der Atemwege. Das erschwert Erkältungsviren, sich festzusetzen. Während sich in geschlossenen Räumen Viren und Bakterien ansammeln, bietet die frische Winterluft eine natürliche Barriere. Norwegische Studien belegen, dass Kinder, die regelmäßig draußen sind, seltener an Atemwegsinfektionen erkranken.
Licht gegen Winterblues
Selbst bei bewölktem Himmel erreichst du draußen deutlich mehr Tageslicht als drinnen. Das ist wichtig für die Vitamin-D-Produktion und die Regulierung deines Serotonin-Haushalts. Das kann gegen depressive Verstimmungen und Wintermüdigkeit helfen. Die Kombination aus Kälte, Licht und Bewegung wirkt wie ein Reset-Knopf fürs Gehirn. Die kalte, klare Luft ist belebend und steigert die Konzentration. Ein Effekt, den du im Fitnessstudio nicht bekommst.
Das schwedische Geheimnis: Friluftsliv
Die Schweden trainieren nicht trotz des Winters, sondern gerade deswegen. Das Konzept hinter dem skandinavischen Ansatz heißt Friluftsliv, was so viel bedeutet wie Leben an der frischen Luft. Diese nordische Philosophie setzt auf regelmäßige Aktivität statt auf Hochleistungssport. Das zahlt sich aus. Die skandinavischen Länder führen regelmäßig die Rankings der gesündesten und glücklichsten Nationen an.
Solltest du lieber drinnen trainieren?
Auch die Schweden kennen Grenzen. Trainiere nicht draußen, wenn Temperaturen unter minus 15 Grad Celsius fallen, Eisregen oder Glatteis herrscht und du Fieber, Husten oder andere Krankheitssymptome hast.
FAQ: Das solltest du über das Wintertraining wissen
Optimal sind 3 bis 5 Trainingseinheiten pro Woche mit 30 bis 45 Minuten bei moderater Intensität.
Bei Temperaturen unter minus 15 Grad Celsius steigt das Risiko für Erfrierungen deutlich.
Atme durch die Nase ein, das wärmt und befeuchtet die Luft. Bei sehr tiefen Temperaturen kann ein Schal vor Mund und Nase helfen, die Luft vorzuwärmen. Vermeide hektisches Schnaufen durch den Mund.
Für das Immunsystem: ja. Forschungen belegen, dass die Kombination aus moderater Bewegung, Kälte und Tageslicht die Immunfunktion besser stärken kann als reines Indoor-Training.
Schichtenprinzip, Fäustlinge, Mütze, Nasenatmung. Bei Dunkelheit: Stirnlampe und Reflektoren.





