Crunches richtig machen: Anleitung, Tipps und Trainingsplan

Bauchpresse
Crunches richtig machen: Anleitung, Tipps und Trainingsplan

Übungen von A–Z
ArtikeldatumVeröffentlicht am 23.01.2026
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Strong, Muscular Man Doing Crunches
Foto: E+

In diesem Artikel erfährst du alles, was du über Crunches wissen musst, von der richtigen Technik bis hin zu Tipps, Varianten und häufigen Fehlern.

Summary

  • Schwierigkeitsgrad: Anfänger
  • MET-Wert: 2–4
  • Hauptregion: Core
  • Equipment/Hilfsmittel: Optional: Fitnessmatte, Gewichtsscheibe/Kurzhantel, Gymnastikball

Was sind Crunches und warum ist die Bauchpresse so effektiv?

Crunches (deutsch Bauchpresse) sind weit mehr als nur eine einfache Bauchmuskelübung. Sie gehören zu den effektivsten Bewegungen, wenn es darum geht, gezielt deine Bauchmuskeln zu aktivieren und zu stärken. Durch die isolierte Bewegung wird vor allem der obere Anteil der geraden Bauchmuskeln angesprochen. Ein Bereich, der entscheidend ist für das klassische "Sixpack"-Erscheinungsbild.

Ein starker Core ist das Fundament für eine gute Haltung. Da Crunches jedoch gezielt die vordere Muskelkette verkürzen, solltest du sie immer durch Übungen für den Rückenstrecker ergänzen. Nur das Gleichgewicht zwischen Bauch und Rücken verhindert muskuläre Dysbalancen und sorgt für eine wirklich aufrechte, gesunde Silhouette im Alltag.

Diese Muskeln werden beansprucht

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Bei Crunches wird in erster Linie der Musculus rectus abdominis beansprucht. Das ist der lange, gerade Bauchmuskel, der sich vertikal entlang der Bauchdecke zieht und für das markante "Sixpack" verantwortlich ist.

Besonders aktiviert wird dabei der obere Anteil, da der Oberkörper bei der Bewegung vom Boden abgehoben wird. Doch auch andere Muskelgruppen arbeiten mit: Die schrägen Bauchmuskeln (Musculus obliquus externus und internus) stabilisieren die Bewegung, während der Musculus transversus abdominis, der tiefste der Bauchmuskeln, für zusätzliche Rumpfstabilität sorgt.

Während die Hüftbeuger bei Crunches im Gegensatz zu Sit-ups weitgehend inaktiv bleiben sollten, arbeiten die tiefe Rumpfmuskulatur sowie der Rückenstrecker stabilisierend mit.

MET-Wert und Kalorienverbrauch

Obwohl Crunches in erster Linie eine Kraft- und keine Ausdauerübung sind, verbrennst du bei jeder Wiederholung Kalorien. Die genaue Menge hängt von verschiedenen Faktoren ab: deinem Körpergewicht, deinem Fitnesslevel, der Intensität der Bewegung und der Dauer des Trainings.

Ein Mann mit etwa 80 kg Körpergewicht kann in 10 Minuten moderater Crunches zwischen 45 und 55 kcal verbrennen. Wenn du Crunches zudem mit weiteren Core- oder Ganzkörperübungen kombinierst, steigerst du den Energieverbrauch zusätzlich. Für einen sichtbaren Bauchmuskelaufbau reicht es aber nicht aus, nur Crunches zu machen, du brauchst in der Regel auch ein Kaloriendefizit, um Körperfett zu verlieren. Das kann vor allem durch Ernährung und ergänzendes Cardio-Training erreicht und macht die Muskulatur sichtbar.

Der MET-Wert (Metabolic Equivalent of Task) ist ein Maß zur Bestimmung des Energieverbrauchs bei körperlicher Aktivität im Verhältnis zum Ruheumsatz. Für Crunches liegt dieser Wert im Durchschnitt bei 2–4 MET. Das bedeutet, dass du während der Ausführung von Crunches etwa 2–4 mal so viele Kalorien verbrennst wie im Ruhezustand. Dieser moderate MET-Wert macht deutlich, dass Crunches primär als Kraft- und Muskelaufbauübung gelten, nicht als Cardio- oder Fettverbrennungseinheit.

Dennoch ist dieser Wert nicht zu unterschätzen: Besonders bei regelmäßigem Training in Kombination mit anderen Übungen summiert sich der Effekt deutlich. Und durch Varianten mit höherer Intensität, wie z. B. Bicycle Crunches oder Weighted Crunches, lässt sich der MET-Wert erhöhen. Für Männer, die gezielt ihre Bauchmuskeln entwickeln und gleichzeitig ihren Grundumsatz steigern möchten, sind Crunches deshalb trotzdem eine solide Wahl.

Funktionale Alltagsvorteile

Crunches bringen nicht nur optische Erfolge, sondern verbessern auch deine Alltagstauglichkeit. Ein starker Core ist die Grundlage für nahezu jede Bewegung. Sei es das Tragen schwerer Taschen, das Aufstehen vom Boden, das Heben von Gegenständen oder das Sitzen mit gerader Haltung. Wenn deine Bauchmuskeln stark sind, entlastet das deine Wirbelsäule und du beugst Rückenschmerzen und Haltungsschäden effektiv vor.

Auch sportlich macht sich ein trainierter Rumpf bemerkbar. Du wirst stabiler beim Krafttraining, explosiver beim Sprinten und kontrollierter bei Bewegungen wie Drehen, Beugen oder Springen. Gerade wenn du regelmäßig Sport treibst oder im Berufsalltag körperlich aktiv bist, ist ein belastbarer Core Gold wert. Crunches sind ein wichtiges Fundament für funktionale Kraft.

Nachteile von Crunches

Crunches werden oft mit zu viel Schwung ausgeführt, wodurch Nacken und Wirbelsäule überlastet werden. Männer mit verkürztem Hüftbeuger spüren die Übung häufig im unteren Rücken statt im Bauch. Zudem trainieren Crunches primär die oberflächliche Bauchmuskulatur; für eine umfassende funktionale Core-Stabilität sollten sie durch statische Halteübungen (wie Planks) ergänzt werden.

Die richtige Ausführung

Du willst Crunches in deinen Trainingsplan integrieren? Dann solltest du unbedingt die richtige Ausführung der Übung kennen. So vermeidest du Verletzungen und sorgst dafür, dass die Übung effektiv ist.

Wichtig zu beachten

  • Für eine effektive und sichere Ausführung legst du dich flach auf den Rücken, am besten auf eine Fitnessmatte, um deinen unteren Rücken zu schonen.
  • Lege deine Hände locker an die Schläfen oder verschränke sie vor der Brust. Vermeide es unbedingt, mit den Händen am Kopf oder Nacken zu ziehen.
  • Der untere Rücken bleibt immer auf der Matte.
  • Der Nacken bleibt neutral. Wenn es dir hilft, dann stell dir vor du hältst ein rohes Ei zwischen Kinn und Brust.
  • Atme beim Hochkommen aus und beim Absenken wieder ein.
  • Saubere Technik ist wichtiger als eine hohe Wiederholungszahl. Qualität vor Quantität lautet hier die Devise.

Do's und Don'ts

Crunches sind nicht schwer – trotzdem gibt es ein paar Feinheiten zu beachten.

Do's

Was du tun solltest: Spanne deinen Bauch bewusst an, arbeite langsam und kontrolliert, achte auf deine Atmung und halte den Nacken stabil. Je sauberer die Ausführung, desto intensiver der Crunch.

Don'ts

Was du vermeiden solltest: Mit Schwung arbeiten, den Kopf mit den Händen nach vorn reißen, die Füße vom Boden abheben oder zu schnell und unkontrolliert trainieren.

Fehlerhafte Technik kann nicht nur deine Trainingsergebnisse schmälern, sondern auch zu Nacken- und Rückenschmerzen führen. Auch zu häufiges oder ausschließliches Training der geraden Bauchmuskulatur kann zu muskulären Dysbalancen führen. Integriere deshalb auch andere Core-Übungen, um ein ganzheitliches Bauchmuskel-Training sicherzustellen.

Die häufigsten Fehler und deren Lösung

Viele Männer machen bei Crunches den Fehler, mit den Händen den Kopf nach vorn zu ziehen. Das führt nicht nur zu Verspannungen im Nacken, sondern nimmt der Bauchmuskulatur die Arbeit ab.

Auch eine zu große Bewegungsamplitude, wie beispielsweise bei Sit-ups, ist kontraproduktiv, da sie oft die Hüftbeuger stärker beansprucht als den Bauch.

Ein weiterer Fehler ist das Training ohne Spannung. Wenn du einfach hoch und runter wippst, ohne die Muskulatur aktiv zu halten, wirst du kaum Fortschritte sehen.

Checkliste für Anfänger

Diese Checkliste wird dir vor allem beim Start ins Crunches-Training helfen.

  • Wenn du mit Crunches startest, brauchst du keine spezielle Ausrüstung. Eine weiche Unterlage, idealerweise eine Fitnessmatte, reicht aus.
  • Achte darauf, deinen Nacken entspannt zu halten und deine Hände nicht als Zughilfe zu benutzen. Konzentriere dich auf die Spannung in deinem Bauch und vermeide es, mit Schwung zu arbeiten.
  • Saubere Wiederholungen sind der Schlüssel zu effektivem Muskelaufbau. Lieber 10 gute als 30 schlechte Crunches.
  • Atme regelmäßig und halte kurz die Spannung, wenn du oben angekommen bist.
  • Starte mit 2–3 Sätzen à 10–15 Wiederholungen.
  • Sobald du dich sicher fühlst, kannst du Umfang oder Intensität langsam steigern.

Varianten

Mit der Zeit gewöhnt sich dein Körper an einfache Crunches, daher ist Abwechslung entscheidend für den Fortschritt. Um die Muskulatur wachsen zu lassen, sind in regelmäßigen Abständen neue Reize wichtig.

Reverse Crunches aktivieren besonders den unteren Anteil des Bauchmuskels, indem du deine Beine kontrolliert zum Oberkörper ziehst. Bicycle Crunches fordern zusätzlich die schrägen Bauchmuskeln und verbessern gleichzeitig deine Koordination. Mit Weighted Crunches, bei denen du eine Gewichtsscheibe oder eine Kurzhantel auf der Brust hältst, kannst du die Intensität deutlich erhöhen.

Eine weitere Möglichkeit sind Stability-Ball-Crunches, bei denen du auf einem Gymnastikball liegst. Dadurch muss deine Rumpfmuskulatur mehr arbeiten, um das Gleichgewicht zu halten. Jede dieser Varianten setzt neue Reize und verhindert, dass sich deine Muskulatur an das Training gewöhnt. Du bleibst im Aufbau-Modus und sorgst für eine ganzheitliche Entwicklung deiner Körpermitte.

Progressionsweg mit Tipps

Ein kluger Progressionsplan ist der Schlüssel zu nachhaltigem Trainingserfolg. Beginne mit klassischen Crunches, sauber und kontrolliert ausgeführt, in 2–3 Sätzen à 10–15 Wiederholungen.

Sobald du die Wiederholungen problemlos meisterst, kannst du die Intensität steigern, indem du eine der Varianten einbaust. Besonders effektiv ist es, statische Haltephasen oben einzubauen oder die exzentrische Phase (das Absenken) zu verlangsamen. Du kannst auch kleine Gewichte integrieren oder deine Crunches mit einem Gymnastikball ergänzen.

Achte dabei immer auf deine Technik – mehr ist nicht immer mehr oder besser. Ziel ist es, den Muskel unter Spannung zu setzen, nicht einfach nur viele Wiederholungen abzuspulen. Erhöhe außerdem schrittweise den Trainingsumfang, aber achte auf ausreichende Regeneration. Zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche sind ideal für Fortschritt ohne Überlastung.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Bauchpresse für Männer

Fazit