Müssen Frauen nur halb so viel Sport machen wie Männer? Wenn es um ein gesundes Herz geht, scheint eine neue Studie diese Frage zu bestätigen. Laut den Untersuchungen müssen Männer fast doppelt so viel trainieren wie Frauen, um ihr Herz gleichermaßen vor Erkrankungen zu schützen. Was das für dein Workout bedeuten kann, verraten wir hier.
Laut Studie: Frauen müssen weniger trainieren, um ihr Herz zu schützen
Um die Unterschiede zwischen den Geschlechtern herauszufinden, analysierten Wissenschaftler die Bewegungsdaten von über 80.000 Menschen. Das Ergebnis: Bei Frauen sinkt das Risiko für Herzerkrankungen um 30 Prozent, wenn sie 250 Minuten Sport pro Woche machen. Bei Männern dagegen tritt der gleiche Effekt erst nach 530 Minuten, also nach fast neun Stunden pro Woche ein.
Die Ergebnisse bestätigen die Theorie, dass Frauen stärker von gleicher Trainingsmenge profitieren als Männer – obwohl sie insgesamt weniger aktiv sind. „Im Vergleich zu Männern erzielen Frauen denselben gesundheitlichen Nutzen schon mit halb so viel Trainingszeit“, heißt es im Fachmagazin Nature Cardiovascular Research. „Diese Erkenntnisse könnten Frauen motivieren, aktiver zu werden.“
Warum Männerkörper anders auf Sport reagieren
Auch die Ergebnisse einer Studie von Fitnesstrackern lieferte ein ähnliches Ergebnis, wie der britische Guardian berichtet:
Laut National Health Service sollten Erwachsene im Alter von 16 bis 64 Jahren mindestens 150 Minuten moderaten oder 75 Minuten intensiven Sport pro Woche machen, plus zweimal pro Woche Krafttraining.
Dr. Jiajin Chen und sein Team von der Xiamen University fand heraus, dass Frauen, die die 150-Minuten-Vorgabe pro Woche erfüllten, über acht Jahre hinweg ein um 22 Prozent geringeres Risiko für Herzkrankheiten hatten. Bei Männern lag die Risikoreduktion bei 17 Prozent.
Besonders auffällig war die Auswertung von über 5.000 Personen, die bereits an Herz-Kreislauf-Erkrankungen litten. Hier hatten Frauen, die das Wochenziel an Bewegung schafften, ein dreimal geringeres Sterberisiko als Männer mit gleichem Aktivitätsniveau.
Das bedeutet im Klartext: Regelmäßiges Training tut beiden Geschlechtern gut, wirkt aber sehr unterschiedlich. Woran das genau liegt, ist laut Guardian noch unklar. Mögliche Gründe können die unterschiedlichen Hormone, die Verarbeitung von Zucker im Körper oder die Energiegewinnung sein.
So trainieren Männer smarter und effektiver
Berücksichtigt man die Ergebnisse der Geschlechter-Studie, was bedeutet das konkret für männliche Sportler? Für Männer lohnt es sich, einen Tick mehr Zeit ins Training zu investieren, als NHS empfiehlt. Ideal ist eine Mischung aus Grundlagenausdauer und intensiven Push-Sessions. Dadurch steigt der Trainingseffekt, ohne dass du Extrastunden im Gym einlegen musst. Eine realistische Trainingswoche könnte so aussehen:
- 2x 45 Minuten moderates Cardio (Zone 2 Laufen, Rad, Rudergerät)
- 1x 25 bis 30 Minuten intensiver (Intervalle, Tempolauf, HIIT-Bike)
- 2x 35 bis 45 Minuten Krafttraining (Ganzkörper, Fokus Beine und Core für Herz-Kreislauf-Effizienz)
Moderate Einheiten stärken die Grundlagenausdauer und wirken lang auf das Herz-Kreislauf-System. Intensivere Sessions setzen den zusätzlichen Reiz, den Männer laut Studie brauchen, um auf das gleiche Schutzlevel für die Herzgesundheit zu kommen wie Frauen. Der Schlüssel ist hier, nicht einfach mehr zu machen, sondern schlau zu trainieren!
Die häufigsten Fragen zur Herzgesundheit bei Männern
Männer scheinen auf dieselbe Trainingsmenge weniger stark zu reagieren als Frauen. Studien deuten darauf hin, dass Unterschiede in Hormonhaushalt, Stoffwechsel und Energieverwertung dafür sorgen, dass Männer höhere Bewegungsumfänge benötigen, um einen vergleichbaren Schutz für Herz und Kreislauf zu erreichen.
Nicht zwingend. Entscheidend ist nicht nur die Dauer, sondern auch die Qualität des Trainings. Eine Kombination aus moderatem Ausdauertraining, intensiven Intervallen und regelmäßigem Krafttraining kann den Trainingseffekt deutlich erhöhen – ohne dass du jeden Tag stundenlang Sport treiben musst.
Am wirksamsten ist eine Mischung aus Grundlagenausdauer (z. B. lockeres Laufen oder Radfahren), intensiven Belastungen (Intervalle, HIIT) und Krafttraining. Gerade intensive Einheiten und große Muskelgruppen setzen starke Reize für das Herz-Kreislauf-System und helfen Männern, den zusätzlichen Trainingsbedarf effizient auszugleichen.





