Rudern hat ein Imageproblem. Viele denken an Regatta, Vereinsboot und frühe Morgenstunden. Dabei steckt im Rudern eines der am meisten unterschätzten Trainingskonzepte für Männer, die mehr wollen als isoliertes Krafttraining oder monotones Cardio. Rudern fordert Muskeln, Ausdauer und Technik gleichzeitig – und das messbar.
Warum Rudern mehr ist als Ausdauertraining
Beim Rudern arbeitet fast der gesamte Körper. Etwa 85 Prozent der Muskulatur sind an einem sauberen Zug beteiligt: Beine, Gesäß, Rücken, Core, Schultern und Arme. Der entscheidende Punkt: Der Hauptantrieb kommt aus den Beinen, nicht aus den Armen. Genau das macht Rudern biomechanisch so effizient.
Eine systematische Analyse im Fachjournal Sports Medicine zeigt, dass Rudern eine seltene Kombination bietet: hohe kardiovaskuläre Belastung bei gleichzeitig relevanter Kraftentwicklung. Leistungssteigerung entsteht dabei nicht durch Ausdauer oder Kraft allein, sondern durch das Zusammenspiel beider Systeme – ergänzt durch technische Präzision.
Was die Studie über den Trainingseffekt zeigt
Die Analyse verdeutlicht 3 zentrale Effekte des Ruderns:
- Hoher Energieumsatz bei vergleichsweise geringer Stoßbelastung
- Kraftentwicklung, vor allem in Beinen und Rücken
- Koordinative Anforderungen, die das Nervensystem fordern
Das macht Rudern zu einem hochwirksamen Ganzkörpertraining und besonders attraktiv für Männer, die wenig Zeit haben: Du trainierst Beine, Rücken, Core und Ausdauer gleichzeitig – statt alles auf mehrere Einheiten zu verteilen. Genau das unterscheidet es von klassischem Ausdauertraining wie Laufen oder Radfahren.
Boot oder Ergometer – was ist sinnvoller?
Für den Einstieg ist das Ruder-Ergometer meist die bessere Wahl. Es erlaubt kontrollierte Belastung, ist wetterunabhängig und technisch gut erlernbar. Rudern im Boot fordert zusätzlich Gleichgewicht und Feingefühl, setzt aber Erfahrung voraus.
Technik-Basics am Rudergerät
- Der Zug beginnt mit den Beinen, nicht mit den Armen
- Rumpf bleibt stabil, Bauchspannung aktiv
- Arme schließen den Zug, sie initiieren ihn nicht
Saubere Technik reduziert das Verletzungsrisiko und steigert den Trainingseffekt deutlich. Im Vergleich zu Laufen oder Crosstrainer bietet das Rudergerät einen deutlich höheren Muskelanteil bei gleichzeitig geringerer Stoßbelastung.
So integrierst du Rudern in deinen Trainingsplan
Für die meisten Männer reicht ein klar strukturierter Ansatz:
- 2 Einheiten pro Woche
- 1 längere Einheit moderat (20 bis 30 Min.)
- 1 intensive Einheit mit Intervallen (z. B. 10 x 500 m)
Ergänzend sinnvoll: Gezieltes Oberkörper-Krafttraining, etwa Rudern am Kabelzug oder mit TRX. Das verbessert Kraftübertragung und Haltung.
Praxis-Checkliste auf einen Blick
- Technik vor Tempo lernen
- Dauer- und Intervalltraining kombinieren
- Rudern mit Krafttraining ergänzen
- Fokus auf saubere Bewegung statt maximalem Widerstand
FAQ: Rudern für Männer – das solltest du wissen
Ja. Rudern belastet die Gelenke deutlich weniger als Laufen, sofern die Technik sauber ausgeführt wird.
Rudern ersetzt kein klassisches Hypertrophie-Training, kann Kraftentwicklung und Muskelspannung jedoch effektiv unterstützen.
2 Einheiten pro Woche reichen aus, um messbare Effekte auf Ausdauer und Kraft zu erzielen.
Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich bitte an Fachpersonal.












