Rosazea: Das hilft nkotlyar / Shutterstock.com

Rosazea Pflege Das hilft, wenn die Haut ständig gerötet ist

Deine Haut ist ständig gerötet? Dann leidest du eventuell unter Rosazea. So findest du's raus und das hilft gegen die Hautkrankheit

Es gibt Situationen, in denen wird jeder rot: Bei einem anstrengenden Workout zum Beispiel oder wenn etwas total Peinliches passiert. Wenn du aber ständig rote Haut hast, könnte das dafür sprechen, dass du unter Rosazea leidest − womöglich ohne es zu wissen.

Wir haben die ästhetische Medizinerin Dr. Emi Arpa, bekannt bei Instagram als @doctoremi, nach den Ursachen und nach den besten Behandlungsmethoden für Rosazea gefragt. Sie verrät, wie du die Hautrötungen in den Griff bekommst.

Was ist Rosazea?

"Die Rosazea ist eine chronische Hauterkrankung, die genetisch bedingt ist und durch bestimmte Verhaltensmuster getriggert bzw. symptomatisch wird“ erklärt uns Dr. Arpa. "Als Trigger gilt alles, was die Gefäße weitet: Alkohol, Stress, Wärme, Sonnenbestrahlung und scharf gewürzte Speisen, können die Rosazea verschlimmern. Daher ist es für Betroffene sinnvoll, diese Dinge zu vermeiden."

Übrigens: Frauen sind öfter betroffen als Männer. Die Rosazea zeigt sich meist bei Menschen mit einem hellen Hauttyp. "Man geht davon aus, dass das Gefäßsystem von hellen Hauttypen, welches eng mit dem Nervensystem unseres Körpers kommuniziert, sensibler auf die Trigger-Faktoren reagiert", so die Ärztin.

Woran erkenne ich eine Rosazea?

Die Erkrankung läuft in mehreren Stufen ab. Hautexpertin Dr. Emi Arpa erklärt:

  • Die Vorstufe: Bevor die Rosazea überhaupt richtig ausbricht, fängt es mit leichten Rötungen an – auch gar nicht unbedingt permanent. Dann bekommt man immer mal wieder rote Wangen oder die Haut an Nase und Kinn färbt sich rötlich.
  • Stufe 1: Die Haut ist permanent leicht gerötet. An Wangen, Nase und/oder Kinn zeichnen sich kleine Äderchen ab.
  • Stufe 2: Zu den Äderchen kommen kleine Knötchen und Pusteln dazu. Sie sehen aus wie Pickel.
  • Stufe 3 wird im Volksmund Säufernase genannt. Gemeint ist eine dicke, knollige Nase, die rot und großporig ist. Das kann auch mit der Haut am Kinn passieren, allerdings deutlich seltener.

Keine Angst: Die Stufen gehen nicht zwangsläufig ineinander über. Wenn du gerade bei Stufe 1 bist, musst du dich jetzt also nicht direkt mit dem Gedanken abfinden, da­ss du irgendwann eine dicke Knollennase bekommst.

Wann tritt Rosazea auf?

Wenn du tatsächlich Rosazea hast, ist dir vielleicht schon aufgefallen, dass die Rötungen abends stärker sind als morgens. Warum das so ist, ist schnell erklärt: "Studien haben gezeigt, dass Rosazea ähnlich wie Migräne sensibel auf das vegetative Nervensystem reagiert. Nachts liegt der Kopf still, deshalb sind die Gefäße stabil und die Haut sieht morgens gut aus. Abends ist es hingegen oft schlimmer – je nachdem was man gegessen hat, ob man in der Sonne war oder einen stressigen Tag hatte", weiß Dr. Emi Arpa. Wie du besser schläfst und erholter aufwachst, verraten wir hier.

Kann man Rosazea heilen?

"Die Rosazea ist gerade ein Hot Topic in der Dermatologie. Es wird viel geforscht: vor allem die Gen-Forschung rückt bei Behandlungsmöglichkeiten immer weiter in den Fokus. Aktuell kann man die Krankheit allerdings nicht in ihrer Ursache heilen", weiß Dr. Arpa. "Es gilt also, die Symptome zu lindern. Und das klappt am besten, indem man seinen Lifestyle anpasst und Trigger-Punkte meidet." Es gilt:

Auch die richtige Hautpflege kann helfen, die Gefäße stabil zu halten.

Welche Produkte helfen bei Rosazea?

Dr. Arpa empfiehlt, morgens Hautpflegeprodukte mit gefäßverengenden Inhaltsstoffen wie Koffein oder Grüntee zu verwenden. Das hilft laut Dr. Arpa, die Gefäße wenigstens ein bisschen in Schach zu halten. Diese Produkte enthalten die genannten Wirkstoffe in kleiner Dosis:

Wunder darfst du von freiverkäuflichen Pflege-Mitteln aber keine erwarten. "Kosmetika, die wirklich helfen, die Gefäße für bis zu 12 Stunden zu verengen, sind verschreibungspflichtig." Wenn Rosazea fachkundig behandelt wird, entwickelt sich die Erkrankung meist nicht so schlimm.

Was können Dermatolog*innen sonst noch tun?

Eine Hautärztin oder ein Hautarzt kann dir Mittel gegen Entzündungen und die Milbenbesiedlung verschreiben. "Studien haben gezeigt, dass diese beiden Faktoren bei einer Rosazea ebenfalls eine Rolle spielen können", so Dr. Arpa. Gerade Pflegemittel gegen Milben können laut Dr. Arpa sogar in Stadium 2 noch zu einer deutlichen Verbesserung der Rosazea beitragen, ebenso Antibiotika, die man lokal auftragen kann. "Ferner kann man die Erkrankung auch mit einer systemischen Medikation behandeln. Möglich ist eine systemische Antibiotika-Therapie oder systemische Therapie mit Vitamin A Säure." Lass dich dazu am besten einmal beim Profi beraten.

Hilft ein Laser gegen Rosazea?

Mittels Laser oder IPL (Intensed Pulsed Light) können die sichtbaren Gefäße gelasert werden. Wähle deinen Behandler sorgsam aus. Als Nebenwirkungen sind Narben und dauerhafte Pigmentschäden möglich.

Tipp von Dr. Arpa: "Helfen kann meiner Erfahrung nach auch eine Behandlung mit leicht vernetzen Hyaluronsäuren, die in bestimmter Technik in die Haut injiziert werden. Das hilft, die Gefäß der Haut mitsamt des Unterhautstützgewebes zu stabilisieren." Dafür injiziert die Ärztin oder der Arzt ein besonders flüssiges Hyaluronsäure-Präparat in die Haut, das die Hautbeschaffenheit verbessert, aber nicht das Gesicht umformt. Das Ergebnis hält über einige Monate. Dann kannst du die Behandlung wiederholen.

Womit kaschiere ich Rosazea am besten?

Wenn du die roten Stellen abdecken möchtest, benutzt du am besten eine mineralische Foundation oder ein Mineralpuder. Diese Produkte gelten als besonders verträglich und lösen keine weiteren Entzündungen in der Haut aus. Hier kommen ein paar Empfehlungen der Redaktion:

Auch wenn sich die Ursache der Rosazea noch nicht heilen lässt, kannst du immerhin die Symptome verringern. Mit Unterstützung einer Dermatologin oder eines Dermatologen, der richtigen Hautpflege zu Hause und dem Vermeiden von Trigger-Faktoren wird sich dein Hautbild bald beruhigen.

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