Je älter Kit Harington wird, desto mehr entfernt er sich von dem massigen Körperbau, der einige seiner früheren Rollen geprägt hat. Bekannt wurde der 39-jährige Schauspieler durch seine Rolle als Jon Snow in der HBO-Serie Game of Thrones – da war Masse durchaus gefragt.
Kürzlich wurde Harington als Nachfolger von Nicholas Hoult für die Rolle des Gilderoy Lockhart in der zweiten Staffel der Harry-Potter-TV-Serie angekündigt, also eine Rolle, die keine physische Transformation im Jon-Snow-Stil erfordert. Das wird Harington nicht davon abhalten, regelmäßig ins Fitness-Studio zu gehen. Aber inzwischen ist das Aussehen für ihn zweitrangig. Wichtiger ist, was das Training für seinen Kopf bewirkt.
Warum Kit Harington heute vor allem für seine mentale Gesundheit trainiert
"Wenn ich nicht mindestens dreimal pro Woche ins Fitness-Studio gehe, kommt der traurige Junge in der Ecke wieder zum Vorschein", erzählte Harington Mr Porter Anfang dieses Jahres. "Ganz im Ernst: Wenn ich nicht mindestens dreimal pro Woche ins Fitness-Studio gehe – und ich mache zweimal pro Woche Yoga –, spielt mein Kopf total verrückt. Ich werde sehr depressiv."
Das heißt aber nicht, dass es Harington egal ist, wie er aussieht. Er hat bereits bewusst seinen Körperbau für Rollen verändert, unter anderem, indem er abgenommen hat, um Sir Henry Muck in der Serie "Industry" zu spielen. Damals habe er absichtlich abgenommen, weil er wollte, dass seine Figur so aussieht, als wäre sie auf Heroin. "Am Ende sah ich einfach nur durchtrainiert aus", fügt er hinzu.
Von Proteinshakes zu Intervallfasten: Kit Haringtons Ernährungsumstellung
"Ich mag es mittlerweile ganz gerne, weniger massig auszusehen. Je älter ich werde, desto besser finde ich das. Deshalb habe ich Proteinshakes gegen intermittierendes Fasten eingetauscht", erzählt er
Eine weitere Szene in Industry verlangte von Harington, nackt aus einem Schwimmbecken zu steigen – was ihm einen ganz anderen Grund lieferte, sein Training anzupassen.
"Das war meine eigene Initiative", sagte Harington gegenüber GQ. "Ich gehe sowieso für meinen Kopf ins Gym. Aber als ich wusste, dass ich meinen Hintern zeigen muss, dachte ich mir: Okay, diese Woche stehen Kniebeugen auf dem Programm."
Wie Kit Harington für Jon Snow und Pompeii trainierte
Wer Kit Haringtons heutigen Trainingsansatz verstehen will, muss seinen Ausgangspunkt kennen. Er begann erstmals für Game of Thrones mit ernsthaftem Krafttraining. Die Rolle des Jon Snow verlangte ihm ab, lange Drehtage mit rund 10 Kilogramm schweren Mänteln und Pelzen zu absolvieren.
Für den Film "Pompeii" (2014) trieb er seinen Körper dann noch deutlich weiter. Fünf Wochen lang trainierte er intensiv mit schweren Gewichten, baute Muskelmasse auf und wurde gleichzeitig extrem definiert für seine Rolle als Gladiator Milo.
"Ich bin kein 1,90-Meter-Typ, der einfach aufbulken kann und wie eine absolute Maschine aussieht, wie ein Panzer. Mein Körpertyp ist leicht stämmig, aber eigentlich ziemlich drahtig. Für Pompeii musste ich deshalb auf einen bestimmten Look hinarbeiten – 'prison fit', wie Robert De Niro in Kap der Angst", sagt Harington gegenüber Men's Health.
Warum Harington immer wieder ins Gym zurückkehrt
Die Transformationen erzählen aber nur einen Teil der Geschichte. Harington scheint das Training tatsächlich zu genießen – auch wenn keine Rolle von ihm verlangt, auf eine bestimmte Weise auszusehen. Anfang 2026 ging er viral, nachdem das Fitness-Studio Iron House Fitness aus Connecticut eine Story zu dem einen Monat 2019 teilte, in dem Harington dort trainiert hatte. Harington hatte kurz zuvor einen Entzug wegen Alkoholabhängigkeit hinter sich, als er an das Studio verwiesen wurde. Er kam mit einem einzigen, simplen Ziel: Boxen lernen.
"Kit Harington wurde an unser Gym überwiesen", schrieb das Studio. "Dann trainierte er 28 Tage am Stück. Nicht für eine Rolle. Nicht weil jemand es ihm gesagt hat. Sondern weil etwas Klick gemacht hat." Weiter erzählte der Coach: "Er kam mit einem einfachen Ziel: Er wollte boxen. Ich habe früher selbst geboxt, also haben wir damit angefangen. Nichts Ausgefallenes. Einfach Pratzen und Bewegung. Am Anfang war er in einem Zwei-Tage-pro-Woche-Rhythmus. Der Trainingsplan, den die meisten Leute wählen, wenn sie sich erst mal rantasten. Dann hat sich etwas verändert. Aus zwei Tagen wurde jeden Tag. Wir haben Boxen mit CrossFit-ähnlichem Konditionstraining kombiniert, und er hat die Energie dabei geliebt. Man konnte spüren, wie sich das Momentum aufgebaut hat."
Fast zwei Jahrzehnte, nachdem er sich zum ersten Mal für Jon Snow in Form gebracht hat, mag die Motivation eine andere sein. Die Gewohnheit hat sich jedoch eindeutig nicht geändert.
Was andere Männer von Kit Haringtons Trainingsphilosophie lernen können
Kit Haringtons Geschichte zeigt einen Wandel, der für viele Männer ab Ende 30 relevant wird: Weg vom reinen Ästhetik-Training, hin zu einem Ansatz, der Körper und Geist gleichermaßen stärkt. Drei Trainingseinheiten pro Woche im Fitness-Studio, ergänzt durch zwei Yoga-Sessions, sind ein realistisches Pensum, das auch ohne Personal Trainer oder Filmbudget umsetzbar ist. Folgende Grundsätze kannst du aus seinem Ansatz zu übernehmen:
- Konsistenz vor Intensität: 3-mal pro Woche ist besser als 6-mal in einer Woche und dann 3 Wochen Pause.
- Mentale Gesundheit als Trainingsmotivation: Wer Training als Werkzeug für den Kopf begreift, bleibt langfristig dabei.
- Ernährung an die Lebensphase anpassen: Was mit 25 funktioniert hat, muss mit 39 nicht mehr die beste Strategie sein.
- Bewegungsvielfalt: Yoga neben Krafttraining fördert Mobilität, Regeneration und Stressabbau.
FAQ: Die häufigsten Fragen zu Kit Harringtons Training
Kit Harington ist laut verschiedenen Quellen etwa 1,73 Meter groß. In Interviews hat er selbst thematisiert, dass sein kompakterer Körperbau beeinflusst, wie er für Rollen trainiert – z.B. für Pompeii, wo er auf einen drahtigen statt massiven Look hinarbeitete.
Kit Harington sprach 2019 öffentlich über seinen Entzug wegen Alkoholabhängigkeit. Seitdem hat er wiederholt betont, dass regelmäßiges Training eine zentrale Rolle in seiner Genesung spielt.
Für seine Rolle als Gilderoy Lockhart in der zweiten Staffel der Harry-Potter-TV-Serie ist laut aktueller Informationslage keine spezielle physische Transformation geplant. Die Rolle setzt eher auf Charisma und schauspielerische Präsenz als auf eine bestimmte Körperform.





