Dwayne Johnson, lächelnd in Tanktop Flannery Underwood

Wie The Rock mit 50 immer noch in Bestform ist

Interview mit "The Rock" Dwayne "The Rock" Johnson verrät, wie er mit 50 immer noch so fit sein kann

Der wohl beliebteste Schauspieler seiner Generation ist 50 geworden – und in der besten Form seines Lebens. Der "Black Adam"-Star verrät, wie er das geschafft hat

"[...] mein Ziel war es, den besten Körperbau meiner Karriere zu erreichen [...]", so der Mann, der sich seit über 2 Jahrzenten an der Spitze des Hollywood-Rudels hält. Obwohl Johnson schon immer viel trainiert hat, wurde ihm bei diesem Dreh einiges abverlangt, wie er im folgenden Interview erzählt.

Möchtest auch du mit über 50 Muskeln wie The Rock? Dann haben wir hier den perfekten 8-Wochen-Trainingsplan für dich!

Was hast du heute bisher so gemacht?

Ich bin mit den Kids aufgestanden. Egal, wann man ins Bett geht, sie sind um 6 Uhr morgens wach und stürzen sich auf uns. Also, erst die Kids, dann habe ich mein Ding gemacht, hier gearbeitet. In 2 Stunden gehe ich trainieren.

Lass uns über den Film "Black Adam" reden, der auf dem ikonischen Comic basiert. Was hat dich an der Rolle gereizt?

Eine Figur im Superhelden Genre zu spielen, die es noch nie zuvor gegeben hat. Kein Schauspieler vor mir hat Black Adam gespielt, ihn zum Leben erweckt. Es bot sich mir die aufregende Gelegenheit, etwas zu tun, was noch keiner getan hatte. Aber wichtiger als das war die Möglichkeit, in das Superhelden-Genre einzusteigen und es zu verändern. Eine Figur wie Black Adam ist, je nachdem, wie man seine Philosophien interpretiert, ein Superheld, ein Antiheld oder einfach ein böser Kerl. Das finde ich aufregend. Ich hatte dieses Projekt schon sehr lange im Auge und war wirklich mit Leidenschaft dabei. Das klingt oft wie ein Klischee, aber in diesem Fall ist es tatsächlich fast 15 Jahre her, dass wir zum ersten Mal über die Realisierung des Films gesprochen haben.

Ich hatte die Möglichkeit, etwas abzuliefern, das, wie ich finde, ziemlich cool ist. Es gibt viele, die nichts über Black Adam wissen. Wenn man sich nicht für DC begeistert, kennt man meist nur Superman, Batman, Wonder Woman, Flash, Aquaman, Lex Luthor oder die Suicide Squad. Was ich den Leuten gerne sage, ist, dass Black Adam, was seine Superkräfte angeht, mit Superman mithalten kann. Superman hat allerdings einen ethischen Kodex, an den er sich hält, und deshalb ist er der größte Superheld aller Zeiten. Er tötet niemanden. Black Adam ist anders. Wenn du ihm oder seiner Familie etwas antun willst, kannst du nicht mal deinen Satz vollenden, bevor er dir das Licht ausknipst.

Hattest du ein Problem damit, einen Antihelden zu spielen, oder hast du es gar genossen?

Ich habe mich total darauf gefreut und mochte die Möglichkeit, diese Figur zum Leben zu erwecken. Zu einem der Gründe, warum ich mich mit Black Adam identifiziert habe, gehört, dass er zwar in einer Grauzone lebt, seine Philosophie aber schwarz-weiß ist: Verletzt du meine Familie, die Menschen, die ich liebe oder mein Land, dann wirst du dafür bezahlen. Es werden weder Fragen gestellt, noch weitere Gespräche geführt. Du wirst nicht festgenommen, nicht angeklagt. Du stirbst. Was mich auch angesprochen hat, ist, dass er sich nicht in eine Schublade stecken oder sagen lässt, wie er zu sein hat. Nach dem Motto: "Das darfst du nicht, und dies und jenes musst du tun."

Ich hatte das Gefühl, während meiner Karriere Ähnliches erlebt zu haben, etwa als ich vor 20 Jahren nach Hollywood kam. Da hieß es: "Du kannst dich nicht 'The Rock' nennen. Rede nicht über Wrestling. Du bist zu groß. Du darfst nicht so viel trainieren. Ändere deine Diät. Nimm ab. Wenn du so sein willst wie Will Smith, Johnny Depp, George Clooney." Das waren die größten Stars, als ich damals erstmals ins Rampenlicht trat. Nun, ich habe das ein paar Jahre probiert und schließlich gesagt: "Scheiß drauf. Ich bin nicht so wie diese Typen und könnte auch nie wie sie sein. Ich lasse mich eben nicht in eine Schublade stecken, also sag mir nicht, wer ich sein soll. Ich will einfach ich selbst sein." Das Gleiche kann man über Black Adam sagen. Auch deswegen habe ich mich mit der Figur sehr verbunden gefühlt.

Dwayne Johnson im Training von hinten
Flannery Underwood
"The Rock" lässt sich in keine Schublade stecken

Während deiner Anfangszeit im Wrestling warst du ein Bösewicht und wurdest der beliebteste Typ. Springen Fans auf deine Authentizität an?

Ja. Als ich zu World Wrestling Entertainment kam, wurde ich zunächst als so genanntes Babyface geholt – das ist in der Wrestling-Terminologie ein guter Kerl. Vince McMahon sagte damals zu mir: "Du musst lächeln und dankbar sein, dass du hier bist, und das musst du auch zeigen, wenn du da rausgehst." Dabei darf man nicht vergessen, zu erwähnen, dass ich aus der Welt des College-Footballs kam, von der Universität von Miami. Ich war dort Teil des herausragenden Football-Teams, das zu Hause 10 Jahre ungeschlagen blieb. Wir haben allen in den Arsch getreten und es genossen, das hinterher auch noch herumzuposaunen.

Mein Image passte also nicht zu dem des Babyface, auch wenn ich immer freundlich blieb und lächelte, außer wenn es ums Geschäftliche ging. Das war eine echte Umstellung für mich. Natürlich ist die Welt des Wrestlings anders als die des MMA, weil man vorher weiß, wer gewinnt, und trotzdem gegeneinander kämpfen muss. Da gibt es kein Lächeln. Ich musste mich an meine Rolle gewöhnen und fing an, ständig zu lächeln und mich zu freuen, dabei zu sein. Die Fans spürten einfach, was ich auch fühlte, nämlich: Ich wirkte einfach nicht authentisch, nicht echt.

Nach ein paar Monaten erkannten mich die Wrestling-Fans und sagten: "Mann, ich habe dich an der Universität von Miami spielen sehen. So bist du nicht." Und sie fingen an, mich jeden Abend in den Arenen auszubuhen. Nun, das ist nichts Ungewöhnliches beim Wrestling, denn die Fans buhen jeden aus. Aber das Problem war, dass ich als guter Kerl groß herauskommen sollte. Jedes Mal, wenn ich angekündigt wurde, und es hieß, "Aus Miami, Florida, Rocky Maivia", ging das Gebuhe los. Ich grinste, sagte, "Hey, hey, ja, danke".

Dann kam irgendwann der Punkt, an dem es die Fans verrückt machte, dass ich nicht ich selbst war. Als sie anfingen, "Fuck you!" zu rufen, wurde ich echt wütend, und es hat mich umgebracht, nicht sagen zu können: "Komm in den Ring. Zeig mir, wie hart du bist." Das durfte ich natürlich nicht. Als World Wrestling Entertainment mich dann zum Intercontinental Champion ernannte, kam das nicht gut an. Das Publikum buhte mich aus dem Gebäude, also nahm man mir den Gürtel wieder ab. Ich verletzte mich, riss mir das Kreuzband und musste nach Hause. Das war im Sommer 1997.

Wann hat sich denn das Blatt für dich gewendet?

Zu dieser Zeit war die Ultimate Fighting Championship nicht so populär, aber eine Gruppe namens Pride war in Japan sehr beliebt. Ich kannte die Kämpfer und fragte mich: "Soll ich das machen? Ich könnte mehr verdienen und zumindest ich selbst sein." Doch dann rief mich Vince McMahon an: "Hör zu, wenn du im August zurückkommst", das war im Mai, "möchte ich, dass du einer Gruppe namens Nation of Domination beitrittst. Das ist eine Gruppe schwarzer Bösewichte. Und du wirst einer von ihnen sein." Ich sagte zu ihm: "Okay. Aber ich habe eine Bitte an dich." Er fragte: "Was für eine?" Ich antwortete: "Wenn ich zurückkomme, brauche ich nur 2 Minuten am Mikrofon, um den Leuten zu sagen, worum es mir geht. Und ich will beweisen, dass ich zur Nation of Domination gehöre, obwohl ich halb schwarz und halb samoanisch bin. Dass ich Teil der Gruppe bin, hat nichts mit meiner Hautfarbe, sondern mit Respekt zu tun." Er war einverstanden.

Ich ging also am ersten Abend da raus und sagte den Leuten das, was ich Vince McMahon gesagt hatte: "Es geht nicht darum, ob ich schwarz oder weiß bin, es geht um mich, und es geht um Respekt." Von diesem Moment an war ich authentisch und reagierte auf die Leute so, wie ich es wollte. Innerhalb eines Monats war ich der heißeste Bösewicht in der Firma. Irgendwann war ich so böse, dass die Fans sagten: "Das ist mein Typ. Er ist echt. Er ist authentisch. Und ich liebe ihn." Lange Rede, kurzer Sinn, mit Black Adam ist es genauso: Er ist ganz er selbst.

Dwayne Johnson beim Trainieren
Flannery Underwood
Dwayne Johnson lässt sich beim Training von seinem Alter nicht aufhalten

Lass uns über deine Fitness sprechen. Du warst bereits in erstaunlicher Form. Musstest du dich noch mehr ins Zeug legen, um das Black-AdamKostüm auszufüllen?

Und wie! Denn mein Ziel war es, den besten Körperbau meiner Karriere zu erreichen, und das schließt meine Jahre als Footballer, Wrestler und Schauspieler ein. Ich arbeite seit über einem Jahrzehnt sehr eng mit meinem Trainer, Dave Rienzi, zusammen. Die Herausforderung lag darin, Diät, Ausdauer und Krafttraining sowie die 12 Stunden Arbeit am Set unter einen Hut zu bringen. Das war sehr anspruchsvoll. Und dann sollte ja auch noch Zeit für Erholung bleiben.

Das über Monate hinweg durchzuhalten war am schwierigsten. Man muss da mit einer sehr differenzierten Strategie herangehen und kann sich nicht einfach durchbeißen. Das hält kein Körper aus, da brichst du zusammen, ob du 20 oder 60 Jahre alt bist, spielt dann keine Rolle. Wir mussten also mit echter Wissenschaft an die Sache herangehen. Dave war während der Dreharbeiten dabei und hat auf meinen Körper geschaut, um zu sehen, wie er reagiert. Wie hoch ist meine Natriumaufnahme? Wie sieht es mit den Kohlenhydraten aus? Wie steht es um dies und jenes? Es gab viel, auf das wir achten mussten. So sah das Muskel-Frühstück von The Rock aus.

Du bist im Mai dieses Jahres 50 geworden. Wie geht es dir damit? Hat sich das auf dein Training ausgewirkt?

Ja. Ich denke, das Leben bringt bestimmte Meilensteine mit sich. Wenn wir Männer in die Dreißiger kommen, denken wir, dass wir unser Leben im Griff haben – aber eigentlich haben wir keine Ahnung. Man versucht halt, seinen Scheiß auf die Reihe zu kriegen. Und man gibt vor, zu wissen, was man tut.

Du kommst in die Vierziger, gründest hoffentlich eine Familie, hast ein paar Dinge erreicht, hast dich eingerichtet, fühlst dich wohl. In den Vierzigern macht man auch viel durch, aber ich wollte sichergehen, dass ich meinen Groove gefunden habe, wenn ich die fünfte Stufe erreiche, und ich wollte sichergehen, dass mein Körper in einem guten Zustand ist. Ich wollte nicht eines Tages aufwachen und denken: "Oh Mann, ich muss diese und jene Operation machen lassen." Ab 40 gibt es beim Training einiges zu beachten. Hier zeigen wir dir, wie du trotzdem Muskeln aufbaust und fit bleibst.

Schon bevor ich mit dem Wrestling aufhörte, in meinen Dreißigern und frühen Vierzigern, spürte ich die Auswirkungen des Wrestlings und all meiner Verletzungen. Und dann zog ich mir bei meinem letzten Kampf 2013 eine schwere Verletzung zu, bei der ich mir den oberen Teil meines Quadrizeps und die Adduktoren aus dem Becken gerissen habe, was dazu führte, dass meine Bauchdecke an 3 Stellen riss. Ich musste mich einer Notopreration unterziehen. Der obere Teil meines Quadrizeps wurde nicht wieder angenäht, weil der Arzt sagte: 'Wenn ich das tue, dauert die Heilung ein Jahr. Der Muskel wird vernarben, und Sie können weiter trainieren, müssen Ihr Training aber sehr klug gestalten.'

Mit 40 sagte ich mir also: "Okay, ich werde das nächste Jahrzehnt damit verbringen, so schlau wie möglich zu trainieren und auch Familie und Arbeit so gut wie möglich unter einen Hut zu bringen, jeden Tag zu lernen und das Gelernte anzuwenden, aber mich nicht um mein Ego sorgen." Ich mache mir also keine Gedanken über das Gewicht, das ich auf die Stange lege, ich treibe mich nur selbst an, damit meine Gelenke gut in Form sind und ich in der Lage bin, meinen Trainingszustand nicht nur aufrechtzuerhalten, sondern auch Muskeln aufzubauen, und zwar richtig dichte. Das ist eine lange Antwort, um dir zu sagen, dass ich mich ziemlich gut fühle. So sollten Männer ab 50 trainieren.

Dwayne "The Rock" Johnson musste für sein Ziel, den besten Körperbau seiner Karriere zu erreichen (was seine Jahre als Footballer, Wrestler und Schauspieler miteinschließt), einiges einstecken. Aber es hat sich gelohnt: Mit 50 ist er fit wie nie.

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