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Stückseife oder flüssige? Das ist besser! Alexander Raths / Shutterstock.com

Stückseife vs. Flüssigseife Sind Seifenstücke wirklich Keimschleudern? Der Seifencheck

Gesund durch die Corona-Krise Ist Stückseife eine Virenschleuder? Macht Flüssigseife die Hände wirklich sauberer? Welche Seife dich besser schützt

Es gibt viele gute Gründe, Seife am Stück zu kaufen: Sie ist günstiger, verursacht weniger Verpackungsmüll und ist auch ergiebiger in der Nutzung. Kurzum: Ein Seifenstück ist gut für das Portemonnaie und besser für die Umwelt. Aber ist Stückseife auch gut für die Gesundheit?

Gerade in Zeiten von Corona sind wir zwangsläufig zu Händewaschprofis geworden und beschäftigen uns vermehrt mit der Hygiene der Hände. Wenn ein Seifenstück also im Badezimmer täglich durch viele schmutzige Hände geht und zudem auch immer in der feuchten Seifenschale liegt, kann diese Seife dann wirklich hygienisch sein – oder sind Seifenstücke Bazillenschleudern?

Funktioniert flüssige Seife anders als feste Seife?

Die kurze Antwort darauf ist: Nein. Egal, für welches Format du dich entscheidest, deine Hände werden auf jeden Fall sauber. Chemisch gesehen arbeiten beide Arten nach demselben Prinzip und stehen sich in der Reinigungskraft in nichts nach.

Aber ist feste Seife wirklich hygienisch?

Viele denken, Seifenstücke wären unhygienisch. Bei der Keimbildung stehen sie aber längst nicht so schlecht da wie angenommen. Schon 1988 haben Wissenschaftler im Rahmen einer Studie Seifenstücke mit Bakterien versetzt, um zu sehen, ob eine Übertragung auf diesem Wege möglich ist. Mit dem Ergebnis: nein. Auf den Händen der untersuchten Personen konnten so gut wie keine Keime nachgewiesen werden. Auch weitere, neue Studien zeigen, dass die Bakterienpopulation auf fester Seife vergleichsweise gering ist, wenn man die Hautflora in Betracht zieht.

Dr. Yael Adler, Dermatalogin aus Berlin und Autorin der Bestseller Haut nah: Alles über unser größtes Organ und „Darüber spricht man nicht ! Weg mit den Körpertabus!“ kennt die Studienlage zu dieser Thematik und bestätigt, dass die Übertragung und Infektionsrisiken durchaus gering bis nicht vorhanden seien. "Seife ist kein Ort, wo sich Erreger wohlfühlen", stellt die Expertin klar.

Übrigens: Auch auf einem Seifenspender können sich Mikroorganismen tummeln. Der Pumphebel wird schließlich immer wieder angefasst. "Das ist aber kein Grund zur Sorge", weiß Andrea Sättler, Director für Body, Skin und Oral Care R&D bei Henkel. "Die Bakterien spült man mit dem Schaum wieder ab." Die Expertin empfiehlt dennoch den Pumpspender regelmäßig sauber zu machen.

Was ist denn nun besser: Seife am Stück oder lieber flüssig?

Das kennst du wahrscheinlich: Bei einem Pumpstoß auf die Flüssigseife kommt oft mehr raus als für eine Handwäsche nötig wäre – und die Hände trocknen unnötig stark aus. Fragt man Dermatologinnen wie Dr. Adler geht die Tendenz deshalb eher zu festen Seifenformaten. "Ein Waschstück ist hautverträglicher, weil weniger Waschsubstanzen die Schutzbarriere der Haut angreifen." Empfehlen können wir dir zum Beispiel die hautschonende Stückseife von Fa mit aquatisch-frischem Duft.

Zwischen-Fazit: Stückseife ist herkömmlicher Flüssigseife also sogar vorzuziehen. Denn die Hautbarriere bleibt damit eher intakt. Du kannst deine Hände aber sogar noch schonender waschen. Dr Adler empfiehlt dafür statt klassischer Seife "synthetische Detergenzien (Tenside)" kurz Syndets.

Warum strapaziert Seife die Haut?

Hautexpertinnen und Hautexperten warnen übrigens grundsätzlich vor einem übermäßigen Einsatz von Seife, egal ob in flüssiger oder fester Form. Das liegt daran, dass sie die natürliche Schutzschicht der Haut nach und nach irritieren können, was zu Reizungen, Ekzemen bis hin zu Kontaktallergien führen kann. Das liegt an der alkalischen Beschaffenheit von Seifen.

Je nach Seifenart kann der pH-Wert zwischen 9 und 11 variieren. Zum Vergleich: Die Haut hat einen pH-Wert von ungefähr 5. "Beim Waschen mit normaler Seife steigt der pH-Wert der Haut stärker an und braucht dann ein paar Stunden, um wieder auf den natürlichen Wert zurückzukommen – und das egal, ob Industrie- oder Öko-Seife", erklärt Dermatologin Adler. "Das schwächt den Lebensraum der uns beschützenden "lieben" Türsteherbakterien auf der Haut, die unerwünschte Erreger vertreiben. Besser ist es daher, ein seifenfreies Waschstück zu nutzen, da es sparsam im Verbrauch ist und zugleich auf einen sauren pH Wert eingestellt ist." Am besten solltest du auf Produkte mit Zucker-und Kokostensiden setzen, die entfetten am wenigsten.

Warum sind Syndets besser als Seife?

Syndets gibt es in flüssiger und fester Variante. Beide Versionen sollen aber schonender zur Haut sein als Seife, das liege an ihrem vergleichsweise niedrigerem pH-Wert – perfekt also für empfindliche Haut.

Besonders empfehlen können wir dir die sanften Waschstücke von Eubos und Sebamed.

Übrigens: Viele vermeintliche Seifen im Handel sind eigentlich Syndets. Achte beim Kauf auf Begriffe wie "seifenfrei", "pH-neutral" oder den pH-Wert 5,5. So gehst du sicher.

Egal, für welche Variante du dich entscheidest: Sauber werden deine Hände gleich gut. Seifenstücke trocknen deine Haut allerdings weniger aus als klassische Flüssigseife. Noch schonender sind Syndets – also seifenfreie Waschstücke oder Flüssigwaschemulsionen. Damit bleibt deine Haut trotz häufigem Waschen in Corona-Zeiten gesund.

Diese Angewohnheiten solltest du dir jetzt abgewöhnen
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