Ein Kratzen im Hals, Schmerzen beim Schlucken, vielleicht sogar Heiserkeit. Halsschmerzen sind ein typisches Erkältungssymptom und können viele Ursachen haben: von einer Virusinfektion über eine beginnende Mandelentzündung bis hin zu trockener Heizungsluft. Jetzt braucht dein Körper vor allem Ruhe, Flüssigkeit und die richtigen Nährstoffe.
Denn was du isst, kann den Heilungsprozess aktiv unterstützen. Mit den passenden Lebensmitteln versorgst du deinen Körper mit Energie, Vitaminen und Mineralstoffen – und sorgst gleichzeitig dafür, dass dein Hals nicht zusätzlich gereizt wird.
Was verursacht Halsschmerzen – und warum die richtige Ernährung hilft
Halsschmerzen entstehen meist durch Viren, seltener durch Bakterien. Sie reizen die Schleimhäute im Rachen und lösen Entzündungsprozesse aus. Dadurch schwillt das Gewebe an, das Schlucken fällt schwer, der Hals fühlt sich trocken oder wund an. Auch äußere Faktoren können Halsschmerzen verstärken – etwa trockene Luft, Rauchen oder Sodbrennen, bei dem Magensäure den Rachen reizt.
Eine ausgewogene Ernährung spielt jetzt eine entscheidende Rolle. Vitaminreiche Lebensmittel – insbesondere solche mit Vitamin C, D und Zink – unterstützen dein Immunsystem dabei, Krankheitserreger abzuwehren. Außerdem versorgen sie deinen Körper mit Energie, um die Entzündung schneller in den Griff zu bekommen. "Essen ist ein oft unterschätztes Heilmittel bei Halsschmerzen", erklärt Internistin Dr. Cynthia Li.
Ansonsten gilt: Ausruhen und möglichst viel trinken. Wasser hydratisiert den Rachenraum und hält ihn feucht. Vor allem warme Flüssigkeiten, wie eine leckere Brühe und Tee, sind empfehlenswert. Thymian (zum Beispiel in Form von Tee) eignet sich Studien zufolge besonders gut zur Linderung von Husten & Co., da die enthaltenen ätherischen Öle des Krauts (wie Thymol) unter anderem schleimlösend und entspannend auf die Bronchialmuskulatur wirken.

Immer genug Tee oder Wasser zu trinken, ist bei Atemwegserkrankungen sehr wichtig
Diese Lebensmittel solltest du bei Halsschmerzen NICHT essen
Trotz der Halsschmerzen solltest du nicht nur genügend trinken, sondern auch etwas essen – auch wenn schon der Gedanke daran wehtut. Denn nur so hat dein Körper die nötige Power, um gegen die Krankheitserreger ankämpfen zu können.
Doch es gibt ein paar Lebensmittel, die du gerade eher meiden solltest, da sie aufgrund ihrer Konsistenz und/oder Inhaltsstoffe den ohnehin schon schmerzhaften Halsbereich noch empfindlicher machen können.
No-gos bei gereiztem Rachen und Halsschmerzen:
- Brot mit harter Kruste
- Chips, Flips & Co.
- Pommes oder Frittiertes
- scharfe oder stark gewürzte Speisen
- saure Lebensmittel
- Kaffee
- Alkohol
Viele dieser Lebensmittel können Sodbrennen (auch saurer Reflux genannt) verursachen, der die Halsschmerzen dann noch verschlimmert. Das bedeutet, dass durch eine erhöhte Magensäureproduktion verdauter Mageninhalt wieder nach oben in die Speiseröhre steigen und dort Reizungen verursachen kann.
8 Lebensmittel, die Halsschmerzen lindern können
"Man sollte bei Halsschmerzen am besten Lebensmittel essen, die eine weiche Konsistenz haben und den Hals nicht zusätzlich reizen", sagt Dr. Favini. So wie diese hier:
1. Hühnersuppe oder -brühe
Hühnersuppe gilt seit jeher als natürliches Hausmittel, das schon unsere Großeltern bei den ersten Anzeichen einer Erkältung gelöffelt haben. Alles nur Aberglaube, oder ist so eine warme Brühe wirklich eine Wunderwaffe bei Husten und Halsweh?
Die Hühnersuppe war bereits Bestandteil zahlreicher Studien zu dem Thema. Und siehe da: Es konnten tatsächlich einzelne Inhaltsstoffe ausgemacht werden, mit denen man die heilsame Wirkung der Brühe erklären könnte. Lies hier, was die Kraftbrühe so gesund macht.

"Halsschmerzen sind im Grunde das Ergebnis von Entzündungen und Dehydrierung", erklärt Dr. Li. Flüssigkeiten, wie die Brühe in der Hühnersuppe, füllen nicht ausschließlich das verlorene Wasser wieder auf, sondern das Salz hilft dem Körper, die Flüssigkeit im Gewebe zu halten, sagt sie. Das Gleiche gilt für praktisch jede Brühe – auch Gemüsebrühe.
2. Naturjoghurt oder probiotischer Joghurt
Joghurt ist nicht nur eine gute und kalorienarme Quelle für Eiweiß, sondern auch für probiotische Bakterien. Diese Bakterienstämme helfen Studien zufolge dabei, die Barrierefunktion deines Darms zu stärken und die übermäßige Ausbreitung von Krankheitserregern zu verringern. Sie sind in Naturjoghurt enthalten, in größerer Menge allerdings nur in speziellen probiotischen Joghurts. Auch Kefir, Buttermilch oder Sauerkraut gehören zu den Probiotika, da sie natürlicherweise (es wurde also nichts zugesetzt) lebensfähige Bakterien enthalten, die sich positiv auf Darmflora und Immunsystem auswirken.
"Joghurt ist zudem durch seine kühle und weiche Konsistenz ein leicht zu schluckendes Nahrungsmittel, was wohltuend bei Halsschmerzen ist", sagt Dr. Li. Ihrer Meinung nach könnte es außerdem einen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Joghurt und der Verringerung von Infektionen der Atemwege und Ohrenschmerzen geben.
3. Kartoffelbrei
Auch Kartoffelbrei kannst du aufgrund seiner weichen Konsistenz schmerzfrei schlucken. Versuche ruhig mal, die Schale der Kartoffeln dran zu lassen (funktioniert nur bei einer sehr feinen, sauberen Schale gut), denn sie ist eine reichhaltige Quelle für Magnesium, Vitamin C und Antioxidantien, die alle ein starkes Immunsystem unterstützen.
Und noch ein ärztlicher Rat: "Achte darauf, dass das Kartoffelpüree nicht zu heiß ist, denn das könnte den Hals noch mehr reizen", so Dr. Favini.
4. Porridge
Wo wir schon bei "Brei" sind: Haferbrei (auch Haferschleim oder Porridge genannt) ist ebenfalls hervorragend geeignet, dich mit reichlich Energie zu versorgen und gleichzeitig deinen gereizten Rachenraum zu schonen. 5 leckere Rezeptideen haben wir hier für dich.
Egal, ob du dein Porridge eher süß oder traditionell ein wenig salzig magst, die Basis bilden immer Haferflocken. Und die haben laut Studien zahlreiche positive Eigenschaften auf deinen Körper:
- Liefern dank komplexer Kohlenhydrate langfristige Energie
- Halten den Blutzuckerspiegel stabil
- Sind sehr ballaststoffreich und gut für den Darm
- Enthalten viel pflanzliches Eiweiß
- Sind Vitamin- und Mineralstoffbombe (B-Vitamine, Magnesium & Co.)
5. Ingwer (-Tee)
"In Studien (wie dieser hier) wurde nachgewiesen, dass Ingwer analgetische (schmerzlindernde), antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften hat", sagt Dr. Li. Er scheint auch das Wachstum bestimmter, schädlicher Bakterienstämme zu hemmen.

Ein Ingwertee ist schnell und easy frisch zubereitet
Dr. Li fügt hinzu, dass viele Halsschmerzen vom sogenannten "postnasal drip" begleitet werden. Dabei handelt es sich um Schleim, der aus der Nase in den Rachen tropft und den man dann schluckt. Das kann den Magen reizen und Übelkeit hervorrufen. Und auch da kann Ingwer helfen, denn das ist wohl die bekannteste Eigenschaft von Ingwer: Er hilft Studien zufolge gegen Übelkeit. Ein weiterer überzeugender Grund ist, Ingwertee zu versuchen.
So bereitest du dir einen wohltuenden Ingwertee zu: Schneide 3 bis 4 dünne Scheiben von einer Ingwerknolle ab. Nimm am besten Bio-Ingwer, dann musst du ihn nicht schälen. Gib die Scheiben in eine Tasse und gib kochendes Wasser darüber. 5 bis 10 Minuten ziehen lassen. Achtung: Je länger die Ziehzeit, desto stärker die Schärfe – probiere am besten verschiedene Ziehzeiten aus. Nach Belieben mit etwas Honig abschmecken.
6. Manuka-Honig
Apropos Honig: Honig wird schon seit der Antike als natürliches Heilmittel eingesetzt. "Die moderne Wissenschaft hat gezeigt, dass vor allem Manuka-Honig gegen eine Vielzahl von Infektionen wirksam ist, sowohl gegen bakterielle als auch virale Infektionen, einschließlich der Erkältungserreger und einiger Streptokokkenarten", sagt Dr. Li.
Man sollte es mengenmäßig nur nicht übertreiben: "In größeren Dosen kann der Zuckergehalt das Immunsystem daran hindern, seine Arbeit zu tun", sagt sie.
Tipp: Auch Hustenbonbons mit Manuka-Honig-Füllung sind wohltuend für den empfindlichen Rachen und können dir Linderung verschaffen.
7. Cremige Gemüsesuppen
Cremige Gemüsesuppen sind (nicht zu heiß gegessen) ebenfalls wohltuend für deinen Hals und aufgrund der Inhaltsstoffe sehr gesund. Ob Brokkoli-, Kürbis-, Möhren- oder Süßkartoffelsuppe: Koch das Gemüse deiner Wahl einfach weich und püriere es anschließend. Dann nur noch abschmecken (würze mild, nicht zu scharf) und mit ein wenig Crème fraîche, Schmand oder Sahne verfeinern – fertig ist deine leckere Gemüsesuppe. Wie wäre es zum Beispiel mit diesem Rezept?
Eine leichte und schnell gemachte, exotische Kürbissuppe.

- 500 g Hokkaidokürbis
- 400 g Karotte(n)
- 1 mittelgroße(s) Kartoffel(n)
- 2 cm Ingwer
- 1 mittelgroße(s) Zwiebel(n)
- 1 EL Rapsöl
- 1 TL Currypulver
- 0.5 TL Kurkuma
- 750 ml Gemüsebrühe
- 250 ml Kokosmilch
- 1 Prise Salz
- 1 Prise Pfeffer
- 4 TL Crème fraîche
Kürbis und Karotten waschen, Karotten und Kartoffel schälen und beiden in große Stücke würfeln. Ingwer schälen, ebenfalls stückeln.
Zwiebel schälen und würfeln, Knobi pressen und beiden kurz im heißen Öl andünsten (Topf). Nun das Gemüse dazu geben, kurz unter Rühren anrösten lassen, mit Currypulver bestäuben, Ingwer dazugeben und dann mit Brühe aufgießen, Kokosmilch unterrühren und etwa 15 - 20 Minuten weich kochen. Evtl. mehr Brühe hinzufügen.
Anschließend mit einem Pürierstab fein mixen. Dann sehr fein pürieren. Wenn die Suppe zu dick ist, einfach noch etwas Brühe ergänzen und kurz aufkochen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, mit Creme fraiche pimpen. Für eine kalorienärme Version einfach die Creme fraiche weglassen.
- Kalorien (kcal): 328
- Fett: 21g
- Eiweiß: 6g
- Kohlenhydrate: 32g
8. Smoothies
Selbst gemachte Smoothies sind eine vielversprechende Möglichkeit, möglichst viele Vitamine und Mineralstoffe mit nur wenigen Schlucken aufzunehmen. Damit unterstützt du deinen Körper optimal im Kampf gegen die Keime. Die Konsistenz ist zudem angenehm kühl und lässt sich problemlos schlucken.
Dr. Li empfiehlt, sich an Zutaten wie Spinat, Grünkohl, Sellerie und Beeren zu halten, die wenig Zucker enthalten und reich an gesunden Antioxidantien sind. Aber natürlich darfst du auch Obst verwenden, um deinem Smoothie eine angenehme Süße zu verpassen. Ideal sind Orangen, Äpfel oder (reife) Bananen. Ein Spritzer Zitrone oder ein wenig Ingwer machen sich ebenfalls hervorragend in deinem Smoothie.
Erlaubt ist im Grunde, was schmeckt. Versuch dich gern an wilden Kombis: Alles, was du dafür brauchst, ist ein guter Mixer oder Pürierstab.
Hausmittel und Ernährungstipps bei Halsschmerzen
Neben den richtigen Lebensmitteln helfen dir diese einfachen Maßnahmen, schneller wieder fit zu werden:
- Viel trinken: Wasser, Kräutertee oder Brühe halten die Schleimhäute feucht und fördern die Heilung.
- Wärme und Ruhe: Vermeide kalte Luft und gönn deinem Körper Erholung – besonders in den ersten Tagen.
- Rauchen vermeiden: Zigarettenrauch reizt den Rachen zusätzlich und verlängert die Entzündung.
- Vitaminbooster: Achte auf Lebensmittel mit Vitamin C (z. B. Zitrusfrüchte, Paprika), Vitamin D (fetter Fisch, Eier) und Zink (Nüsse, Vollkorn).
- Salbeitee gurgeln: Desinfiziert die Schleimhäute und lindert Schmerzen.
Häufige Fragen zu Ernährung bei Halsschmerzen
Ja – in Maßen. Kalte Lebensmittel können die Schleimhaut betäuben und Schwellungen verringern. Achte aber auf zuckerarme Sorten, um Entzündungen nicht zu fördern.
Nein. Dein Körper braucht Energie, um Viren zu bekämpfen. Wenn das Schlucken schwerfällt, setze auf weiche Speisen oder Smoothies.
Nur in kleinen Mengen. Der hohe Säuregehalt kann den Hals reizen – besser auf milde Vitamin-C-Quellen wie Paprika oder Sanddornsaft ausweichen.
Wenn die Halsschmerzen länger als drei Tage anhalten, hohes Fieber oder eitrige Beläge auftreten – das kann auf eine bakterielle Infektion hindeuten.





