Rowing richtig machen: Starker Rücken, starke Arme

Ruder-Übung
Rowing richtig machen: Starker Rücken, starke Arme

Übungen von A–Z
ArtikeldatumVeröffentlicht am 21.01.2026
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Ruderübung
Foto: gettyimages/O2O Creative

Im Vergleich zu isolierten Übungen wie Latziehen, trainiert Rudern den gesamten Zugapparat und verbessert die Koordination zwischen Armen, Schultergürtel und Rumpf. Egal ob am Kabelzug, mit Lang- oder Kurzhantel oder am Rudergerät, Rudern lässt sich flexibel in jedes Workout integrieren und sorgt für Kraft, Definition und eine starke, athletische Haltung.

Summary

  • Schwierigkeitsgrad: Anfänger bis Fortgeschrittene
  • MET-Wert: 3-4
  • Hauptregion: Rücken
  • Equipment/Hilfsmittel: Ruderergometer

Was ist Rowing und warum ist die Ruder-Übung so effektiv?

Rudern (englisch: Rowing) ist nicht nur ein klassisches Krafttraining, es ist ein Gamechanger für deinen Rücken, deine Haltung und deine Fitness. Jede Zugbewegung stärkt gezielt Rückenstrecker, Trapez- und Rhomboidenmuskeln und baut einen stabilen, definierten Rücken auf. Ein kräftiger Rücken schützt dich vor Verletzungen im Alltag und beim Sport, sei es beim Heben schwerer Lasten, Tragen von Einkäufen oder dynamischen Bewegungen im Training. Gleichzeitig steigert Rudern den Kalorienverbrauch und unterstützt die Körperdefinition, besonders wenn du es in Zirkeltraining oder HIIT-Einheiten einbaust. Wer regelmäßig rudert, verbessert Haltung, Kraft und Stabilität – und das sichtbar.

Diese Muskeln werden beansprucht

Beanspruchte Muskeln beim Rudern (Cable seated Row):
Gymvisual

Beim Rudern auf dem Ruderergometer arbeiten mehrere Muskelgruppen wie ein perfekt abgestimmtes Team:

  • Latissimus dorsi (breiter Rückenmuskel): Hauptkraft für jede Zugbewegung.
  • Trapezius (oberer, mittlerer, unterer Teil): Stabilisiert das Schulterblatt, sorgt für aufrechte Haltung.
  • Rhomboiden: Ziehen die Schulterblätter zusammen und verbessern Core-Stabilität.
  • Bizeps brachii: Aktiv bei der Ellenbogenbeugung.
  • Posterior deltoid (hintere Schulter): Unterstützt die horizontale Zugbewegung.
  • Erector spinae (Rückenstrecker): Stabilisiert die Wirbelsäule während der gesamten Bewegung.
  • Core-Muskulatur (Rectus abdominis, Transversus, Obliquus): Hält den Rumpf stabil und sorgt für effiziente Kraftübertragung.
  • Bein- und Hüftmuskulatur: Besonders beim Rudern mit Beinen (Rudergerät) für kraftvolle Zugbewegungen entscheidend.

Diese ganzheitliche Aktivierung macht Rudern zu einer der effektivsten Übungen überhaupt: Kraft, Core-Stabilität und funktionelle Fitness in einem einzigen, kraftvollen Bewegungsablauf.

MET-Wert und Kalorienverbrauch

Rudern auf dem Ruderergometer ist ein starker Fatburner: Je nach Intensität liegt die Übung bei 3–4 MET. Ein 80 kg schwerer Mann verbrennt dabei etwa 60–100 kcal pro 10 Minuten bei moderatem Tempo. Wer das Tempo erhöht, schwerere Gewichte nutzt oder Intervalle einbaut, kann den Verbrauch sogar auf 120–150 kcal pro 10 Minuten steigern.

Rudern ist somit nicht nur ein perfektes Krafttraining für Rücken, Schultern und Core, sondern auch eine hocheffektive Methode, um Fett zu verbrennen und gleichzeitig die Muskeldefinition zu verbessern. Jede Zugbewegung trainiert mehrere Muskelgruppen gleichzeitig und steigert den Kalorienverbrauch, ohne dass du lange Cardio-Einheiten absolvieren musst.

Funktionale Alltagsvorteile

Rudern stärkt den Rücken und Core auf eine Weise, die sich direkt im Alltag bezahlt macht:

  • Bessere Haltung: Ein stabiler Rücken, kräftige Core-Muskeln und Schulterblätter reduzieren Rundrücken und Schulterprobleme.
  • Alltagskraft: Heben, Tragen oder Ziehen schwerer Gegenstände wird leichter und sicherer.
  • Verletzungsprävention: Starke Rücken- und Core-Muskeln schützen Wirbelsäule und Gelenke. Du verbesserst Koordination und Balance.
  • Effiziente Fitness: Rudern kombiniert Kraft und Cardio, sodass du in kurzer Zeit mehr aus deinem Training herausholst und zusätzlich den Energieverbrauch steigerst.
  • Gezielter Muskelaufbau: Latissimus, Trapez, Rhomboiden, hintere Schulter und Bizeps werden effektiv trainiert.
  • Variabilität: Unterschiedliche Geräte, Hanteln und Griffarten erlauben individuelle Anpassung und stetige Progression.

Mit regelmäßigem Rudern machst du dich fit für jede Alltagssituation – egal ob beim Umzug, Sport oder einfach nur beim langen Sitzen am Schreibtisch.

Nachteile von Rowing

Auch wenn Rudern an der Maschine eine der effektivsten Ganzkörperübungen ist, birgt sie einige Risiken, wenn Technik oder Haltung nicht stimmen. Der häufigste Fehler ist ein runder Rücken während der Zugphase, das erhöht die Belastung auf die Lendenwirbelsäule erheblich und kann zu Verspannungen oder Überlastungen führen. Viele Männer neigen außerdem dazu, zu viel Kraft aus den Armen statt aus Beinen und Rumpf zu holen, wodurch die koordinierte Kettenbewegung verloren geht.

Ein weiterer häufiger Fehler ist übermäßiges Zurücklehnen am Ende des Zugs, was die Belastung auf den unteren Rücken unnötig steigert und die Effektivität der Übung mindert. Auch ein zu schneller, unkontrollierter Rückweg in die Ausgangsposition kann die Gelenke, insbesondere Knie und Hüfte, belasten.

Männer mit bestehenden Rücken- oder Bandscheibenproblemen sollten beim Rudern besonders vorsichtig sein, zunächst mit geringem Widerstand beginnen und Wert auf saubere Technik sowie eine stabile Rumpfspannung legen. Regelmäßige Kontrolle durch einen Trainer oder Spiegel kann helfen, Fehlhaltungen frühzeitig zu korrigieren.

Die richtige Ausführung von Rowing

Rudern zählt zu den effektivsten Übungen für Rücken, Schultern und Core, doch nur mit sauberer Technik entfaltet es sein volles Potenzial. Die richtige Ausführung schützt vor Verletzungen, maximiert die Muskelaktivierung und sorgt für einen starken, definierten Rücken.

Wichtig zu beachten

  • Halte den Rücken gerade, die Brust leicht nach vorn und den Core aktiv.
  • Die Beine sind angewinkelt, die Füße stabil auf Platte oder Bank positioniert.
  • Während der Bewegung ziehst du die Ellenbogen nah am Körper nach hinten und ziehst die Schulterblätter bewusst zusammen.
  • Achte darauf, dass die Kraft aus dem Rücken kommt und nicht aus den Armen.
  • Atme beim Ziehen aus und beim Zurücklassen ein.
  • Führe die Übung langsam und kontrolliert aus, denn Schwung reduziert die Effektivität und mindert die Muskelaktivierung.
  • Für maximale Wirkung solltest du die Schultern stets tief halten, den Core aktiv anspannen und die Ellenbogen eng am Körper führen.
  • Nutze die volle Bewegungsamplitude, indem du die Schulterblätter vollständig zusammenziehst und wieder löst. So erreichst du eine optimale Muskelaktivierung und trainierst gleichzeitig Haltung, Kraft und Stabilität.

Dos und Don'ts

Häufige Fehler und deren Lösung

Auch kleine Technikfehler beim Rudern können den Trainingseffekt mindern oder zu Verletzungen führen. Zu den häufigsten Patzern gehören:

  • Schwung statt Muskelkraft: Ziehen aus den Armen statt aus dem Rücken reduziert die Muskelaktivierung.
  • Runde Rückenhaltung: Belastet die Wirbelsäule und verringert die Trainingswirkung.
  • Schultern hochziehen: Belastet Nacken und obere Schultern unnötig.
  • Ellenbogen zu weit außen: Mindert den Fokus auf Latissimus und mittleren Rücken.

Checkliste für Anfänger

Die Rudern Übung ist sehr effektiv, kann aber bei falscher Ausführung schnell Nacken, Schultern oder unteren Rücken belasten. Eine saubere Technik ist entscheidend, um maximale Ergebnisse zu erzielen und Verletzungen zu vermeiden. Die folgende Checkliste hilft Anfängern, die wichtigsten Punkte im Blick zu behalten und sofort loszulegen.

Varianten des Ruderns

Um Abwechslung, gezielte Muskelreize und kontinuierlichen Fortschritt zu gewährleisten, lassen sich verschiedene Rudervarianten einsetzen:

  • Kabelzug-Rudern: Klassisch, variable Gewichte, ideal für Anfänger und Fortgeschrittene.
  • Langhantel-Rudern (Barbell Row): Schweres Gewicht, Fokus auf Masseaufbau im Rücken.
  • Kurzhantel-Rudern (Dumbbell Row): Einarmige Kontrolle, fördert Balance und Core-Stabilität.
  • T-Bar-Rudern: Fokus auf mittleren Rücken, intensive Belastung für maximale Definition.
  • Rudergerät: Dynamisch, kombiniert Krafttraining mit Cardio-Effekt.
  • Einarmige Varianten: Einarmiges Rudern korrigiert muskuläre Dysbalancen.

Übungen für zu Hause

Rudern lässt sich auch perfekt zu Hause trainieren, ganz ohne teures Studio-Equipment. Mit Widerstandsbändern, Kurzhanteln oder sogar Wasserflaschen als improvisiertes Gewicht kannst du die gleichen Zugbewegungen ausführen und Rücken, Schultern und Core effektiv stärken. Setze dich stabil auf einen Stuhl oder eine Bank, halte den Rücken gerade und führe die Ellenbogen kontrolliert nach hinten, genau wie beim Kabelzug oder Langhantelrudern mit Untergriff. Widerstandsbänder bieten zudem variable Intensität und ermöglichen ein progressives Training. Wer ein Rudergerät zu Hause hat, kombiniert Kraft und Ausdauer ideal in einer Übung und profitiert gleichzeitig von der dynamischen Ganzkörperbewegung.

Progressionsweg für Rudern

Rudern lässt sich Schritt für Schritt intensivieren – so steigerst du Kraft, Muskeldefinition und Core-Stabilität, ohne Verletzungsrisiko.

Level 1 – Technik und Core-Spannung

Starte mit leichtem Gewicht oder Widerstandsband. 3 Sätze à 10–12 Wiederholungen, Fokus auf saubere Ausführung und Rückenaktivierung.

Level 2 – Wiederholungen erhöhen

3–4 Sätze à 15–20 Wiederholungen, kontrolliertes Tempo. Die Muskeln arbeiten länger und bauen Kraftausdauer auf.

Level 3 – Zusatzgewicht

Langhantel, Kurzhanteln oder schwereres Band. 3 Sätze à 12–15 Wiederholungen – intensiver Reiz für Latissimus, Trapez und Rhomboiden.

Level 4 – Dynamische Varianten

Einarmiges Rudern, T-Bar Rudern oder Rudergerät-Intervalle. 3–4 Sätze à 12–15 Wiederholungen, Core maximal aktiv.

Level 5 – Integration ins Ganzkörpertraining

Rudern als Finisher in HIIT, Circuit Training oder Supersätzen mit Beinstrecker oder Klimmzügen – ultimative Kombination aus Kraft, Core und Cardio.

FAQ – Rudern für Männer

Fazit