Ein trainierter Oberkörper sieht stark aus. Doch Leistung, Balance und Belastbarkeit entstehen von unten. Beine und Rumpf tragen dein Training – im Gym wie im Alltag. Wer sie vernachlässigt, limitiert langfristig seine Leistungsfähigkeit.
Wenn der Oberkörper dominiert, verliert der Körper Balance
Viele Trainingspläne folgen einem klaren Muster: Bankdrücken, Schulterdrücken, Arme. Der Unterkörper kommt – wenn überhaupt – am Rand vor. Das Problem: Kraft ist kein Schaufensterwert. Sie ist ein Zusammenspiel aus Beinen, Rumpf und Oberkörper.
Eine im Springer-Fachjournal Sports Orthopaedics and Traumatology veröffentlichte Studie untersuchte die Rumpfkraft von Männern mit unterschiedlichem Trainingshintergrund und fand deutliche Unterschiede in der sogenannten Trunk Muscle Strength. Diese Rumpfkraft gilt als zentral für Kraftübertragung, Stabilität und Verletzungsprävention – im Sport wie im Alltag.
Kurz gesagt: Ein schwacher Unterkörper limitiert langfristig das gesamte System.
Warum Rumpf- und Beintraining zusammengehören
Der Rumpf ist kein "Extra". Er verbindet Unter- und Oberkörper. Jede Beinpresse, jede Kniebeuge, jeder Sprint nutzt ihn als Kraftbrücke. Eine Übersichtsarbeit im MDPI-Journal Sports zeigt, dass gezielte Core-Stabilitätsübungen Muskelkraft und funktionelle Stabilität messbar verbessern können.
Das bedeutet für dein Training: Starke Beine ohne stabilen Rumpf verpuffen. Und Core-Training ohne Unterkörper bleibt isoliert.
Die Beinpresse richtig nutzen – mehr als nur Gewicht bewegen
Die Beinpresse ist kein Ersatz für funktionelles Training – aber ein starkes Werkzeug, wenn du sie sauber einsetzt.
Darauf kommt es an:
- Fußstellung: Füße schulterbreit, leicht nach außen rotiert.
- Knie: Bewegen sich kontrolliert über die Fußspitzen, nicht nach innen.
- Bewegungsumfang: Tief gehen, ohne das Becken abzuheben.
- Tempo: Absenken kontrolliert, hochdrücken explosiv, aber sauber.
Variationen erhöhen den Nutzen deutlich:
- Einbeinige Beinpresse: Fördert Seitenstabilität und Kraftbalance.
- Tiefe Position: Mehr Gesäß- und Rumpfaktivierung.
Unterkörper plus Rumpf – so wird dein Training komplett
Um die Schieflage auszugleichen, braucht es keine radikale Umstellung. Kleine, gezielte Ergänzungen reichen.
Praxis-Checkliste für die Woche
- 1 Beinübung ergänzen: Bulgarian Split Squat oder Ausfallschritte.
- 1 Rumpfübung integrieren: Side Plank mit Beinheben, Dead Bug oder Bird Dog.
- Beinpresse bewusst einsetzen: Qualität vor Gewicht, Fokus auf Kontrolle.
Als grobe redaktionelle Orientierung für funktionelle Fitness gilt: Unterkörper zu Oberkörper etwa 70:30. Nicht dogmatisch – aber als klare Erinnerung, wo dein Fundament liegt.
FAQ: Die wichtigsten Fragen zur Beinpresse und Unterkörper-Balance
Nein. Sauber ausgeführt und mit kontrolliertem Bewegungsumfang, kann sie den Rücken sogar entlasten, weil sie die Beinmuskulatur gezielt stärkt.
Studien deuten darauf hin: Ohne Unterkörper- und Rumpftraining fehlen Stabilität, Kraftübertragung und langfristige Belastbarkeit.
1-2 gezielte Unterkörpereinheiten pro Woche reichen aus, wenn sie konsequent umgesetzt werden.
Beides hat seinen Platz. Die Beinpresse eignet sich für gezielten Kraftaufbau, freie Übungen für Koordination und Ganzkörperstabilität.
Er verbindet Beine und Oberkörper. Ein schwacher Rumpf begrenzt Kraft, Balance und schützt weniger vor Verletzungen.












