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Nach dem Waschen solltest du deine Maske an der Luft trocknen lassen NTPs / Shutterstock.com

Mundschutz waschen So musst du deine getragene Maske reinigen

Gesund durch die Corona-Krise Nur steril ist dein Mundschutz sinnvoll. Wie du deine Masken richtig reinigst – und wie besser nicht

Mund-Nasen-Bedeckungen gehören inzwischen zum Alltag, in allen Bundesländern sind sie in Geschäften, auf Märkten und im öffentlichen Verkehr Pflicht. Und sie werden dich noch viele Wochen und Monate begleiten, schließlich gehören sie zu den effektivsten Maßnahmen, um die Verbreitung von Corona-Viren einzudämmen.

Denn etwa die Hälfte aller Ansteckungen mit Corona-Viren geschehen über Tröpfchen, so Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité in seinem Podcast vom 12. Mai 2020. Beim Sprechen, Niesen und Husten stößt man sie unwillkürlich aus, Infizierte übertragen so die gefährlichen Viren auf Menschen in der unmittelbaren Umgebung.

Wiederverwendbare DIY-Masken aus möglichst doppellagigem, fest gewebtem Stoff sind nicht ganz so dicht wie die OP-Masken, aber auch durch sie kann die "Geschwindigkeit des Atemstroms oder (..) Tröpfchenauswurfs reduziert werden", so das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

Mit den Lockerungen im öffentlichen Leben werden wir wieder mobiler und brauchen unseren Mundschutz mehrmals täglich und über längere Zeit. Deshalb hat inzwischen auch fast jeder mehrere Modelle.

Da eine Maske aber bereits nach einmaliger Nutzung gewaschen sowie eine durchfeuchtete Maske umgehend abgenommen und ausgetauscht werden sollte, so das BfArM, ist es wichtig zu wissen, wie man seine getragenen Masken richtig wäscht, und zwar so, dass Viren und Bakterien, die sich ebenfalls in einer Maske ansiedeln können, gründlich eliminiert werden.

Überlass OP-Masken dem medizinischen Personal und schaff dir DIY-Masken aus Baumwollstoff an
Pavio Zhuk / Shutterstock.com
Überlass OP-Masken dem medizinischen Personal und schaff dir DIY-Masken aus Baumwollstoff an

Wie reinige ich eine Community-Maske am besten?

Wichtiger Tipp vorweg: Wenn du deine Community-Maske nach dem Tragen abnimmst und nicht gleich reinigen kannst, lagere sie kurzfristig in einer luftdichten Plastiktüte und wasch dir anschließend gründlich die Hände. Es ist nämlich gut möglich, dass du dich beim Abnehmen der Maske durch infizierte Hände selbst in Ansteckungsgefahr bringst. Am besten, du fasst deine Maske grundsätzlich nur an den Gummibändern an.

Da das Sars-CoV-2-Virus empfindlich auf Seife und Hitze reagiert, eignen sich diese Maßnahmen am besten, um deine Maske zur Wiederverwendung aufzubereiten:

  • Waschen in der Waschmaschine: Am einfachsten ist es, deine Stoffmaske bei Temperaturen von mindestens 60, besser 95 Grad, zu waschen, rät das BfArM und zwar mit einem Vollwaschmittel. Hohe Temperaturen in Kombination mit einer fettlösenden Substanz zerstören die Oberfläche der Corona-Viren und machen sie unschädlich. Hygienespüler seien dafür nicht notwendig, so die Verbraucherzentrale Hamburg, die zudem rät, auf Eco- und Sparprogramme zu verzichten, da sie oft nicht die erforderlich hohen Temperaturen gewährleisten.
  • Handwäsche bei 60 Grad: Wenn du nicht gerade in einer Großfamilie lebst, wirst du nicht täglich genug Kleidungsstücke für eine ausgefüllte Wäschetrommel zusammenbekommen. Sie trotzdem zu aktivieren wäre ökologisch und ökonomisch nicht angemessen. Lege sie stattdessen mindesten 5 Minuten lang in einen mit mindestens 60 Grad heißem Wasser gefüllten Topf, füge auch hier Waschmittel dazu und knete den Stoff z.B. mit einem Holzlöffel hin und wieder durch. Thermometer, um Wassertemperaturen zu messen, gibt es hier.
    Tipp: Eine stark mit Viren kontaminierte Stoffmaske könnte über den Wasserdampf Viren in der Küche verteilen. Mach die Fenster auf und sorge für gute Durchlüftung.
Am besten wäscht du deine Mund-Nasen-Masken seperat bei mindestens 60 Grad
Praditkhorn Somboosa / Shutterstock.com
Am besten wäscht du deine Stoffmasken sparat bei mindestens 60 Grad
  • Wasserkocher: Das Wasser für die Handwäsche muss natürlich nicht unbedingt auf dem Herd erhitzt werden, deine Stoffmaske kannst du natürlich auch mit kochendem Wasser aus einem Wasserkocher übergießen und darin mit Waschmittel mindesten 5 Minuten lang einweichen. Achte beim Kauf darauf, dass der Stoff deiner Maske hohe Temperaturen aushält.
  • Heißes Bügeln: Wer seine Baumwollmaske auf höchster Stufe und von beiden Seiten mehrere Minuten lang bügelt, hat ebenfalls gute Chancen, Viren und Bakterien zu eliminieren. Um auf Nummer Sicher zu gehen, achte ganz besonders auf die Nähte. Ist der Stoff deiner Maske sehr dick, wähle lieber die Waschmaschine oder Handwäsche.

Welche Methoden sind weniger empfehlenswert zum Reiningen von Masken?

  • Erhitzen im Backofen: Diese Methode birgt das Risiko, dass ein Brand entsteht, und ab welcher Temperatur bei welcher Dauer tatsächlich Coronaviren abgetötet werden, ist auch noch nicht klar. Das BfArM geht von ab 90 Minuten bei 90 Grad aus, prüft diese Option jedoch aktuell noch. Klar ist, dass du den Backofen nicht aus den Augen lassen solltest, wenn du deine Maske darin sterilisieren willst.
  • Lüften: Rein theoretisch könnte man seine Maske auch 3 Tage lang draußen auf eine Wäscheleine hängen, am besten in die Sonne, denn so lang wird die Überlebensdauer von Sars-CoV-2 auf Stoffoberflächen eingeschätzt. Aber ob nach diesem Zeitraum tatsächlich sämtliche Viren und Bakterien, die sich in deiner Maske angesammelt habe, zerstört sind, ist wissenschaftlich nicht bewiesen.

Welche Methoden sollte man meiden?

  • Mikrowelle: Das Risiko, dass deine Maske oder, wenn sie Metallbügel enthält, das Gerät in Brand gerät, ist viel zu groß – lass es einfach bleiben.
  • UV-Lampen: Wenn dir deine Augen lieb sind, dann nimm auch Abstand von dieser Methode.
  • Einfrieren: Bringt nichts. Coronaviren trotzen minus 20 Grad. Beim Auftauen deiner Maske würden sie wieder aktiv.

Wie reinige ich FFP- und OP-Masken?

Die Wiederverwendung von FFP-Masken bzw. von medizinischem Mund-Nasen-Schutz erfordere eine sichere Handhabung, schreibt das Robert Koch Institut (RKI). Bei Nichteinhaltung steige das Infektionsrisiko für den Verwender. Auch sind diese Masken Mangelware und sollten medizinischem Personal vorbehalten sein, damit sie sich bei ihrem Kontakt mit Infizierten schützen können. Das können die Community-Masken zwar nicht, aber sie können verhindern, dass du unwissentlich zum Viren-Überträger wirst.

Besorge dir einige dieser inzwischen fast schon zum stylischen Accessoire avancierten Community-Masken und sterilisiere sie nach jedem Tragen oder sobald sie feucht sind. Am einfachsten wäre es, du reservierst einen Topf mit Deckel in der Küche, in dem du deine Nasen-Mund-Bedeckungen regelmäßig bei über 60 Grad mindestens 5 Minuten lang einweichst. Dann bietet sie beim nächsten Tragen auch wirklich Schutz.

Mund-Nase-Schutzmaske PHYNE
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Corona-Mundschutz: sinnvoll oder nicht?
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