Muskelverhärtung: So bleiben Muskeln lockern

Sportverletzungen
Muskelverhärtung lösen: Ursachen, Symptome und was wirklich hilft

ArtikeldatumZuletzt aktualisiert am 25.08.2026
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Muskelverhärtungen: Wie kommt es dazu und wie behandelst du sie
Foto: gettyimages/djiledesign

Nach dem Training fühlt sich die Wade plötzlich steinhart an, der Nacken schmerzt bei jeder Bewegung oder die Oberschenkel wollen einfach nicht locker werden? Muskelverhärtungen können die Beweglichkeit einschränken und selbst alltägliche Bewegungen unangenehm machen. Vor allem Sportler sind regelmäßig davon betroffen. Welche Ursachen dahinterstecken und wie du die Beschwerden wieder loswirst, liest du hier.

Was ist eine Muskelverhärtung?

Eine Überschreitung der Belastungstoleranz einzelner Muskelpartien kann zu einer Muskelverhärtung führen, die ebenfalls als Mygelose bezeichnet wird. Die Anspannung der Muskulatur drückt die Kapillaren im Inneren zusammen, wodurch die Durchblutung eingeschränkt wird – die Muskelfasern entzünden sich. Dabei kommt es zu einer Verhärtung sowie Verdickung des betroffenen Muskels, die zu Schmerzen in diesem Bereich führt.

Schnell-Chek: Unser Experte Dr. Timo Parduhn ist Facharzt für Orthopädie, Osteopathie und Sportmedizin in Hamburg. Er behandelt regelmäßig Sportlerinnen und Sportler mit Muskelverletzungen, Verspannungen und Überlastungsbeschwerden.

Dr. Parduhn erklärt: "Im Gegensatz zum Muskelkater wird die Mygelose nicht durch eine Längenveränderung, sondern meist durch eine Spannungsänderung im Muskel ausgelöst." Unterschiedliche Arten von Muskelverhärtungen gebe es nicht, jedoch lasse sich zwischen den Auslösern und der Größe der Mygelose differenzieren.

Wodurch entstehen Muskelverhärtungen?

Oftmals entsteht eine Mygelose durch die Überanstrengung bei sportlichen Aktivitäten. Insbesondere das isometrische, statische Training, bei dem ein Gewicht ohne Verlängerung oder Verkürzung der Muskulatur gehalten wird, gilt nach der Aussage von Dr. Parduhn als häufigste Ursache von Muskelverhärtungen. "Allerdings können auch Stoffwechselverlagerungen, Elektrolytverschiebungen, neurogene Ursachen oder Fehlhaltungen mögliche Auslöser sein", fügt er hinzu.

Ein bekannter Risikofaktor für eine Elektrolytverschiebung ist beispielsweise Magnesiummangel. Der Mineralstoff wirkt entspannend auf die Muskulatur und fördert die Nährstoffversorgung, weswegen du immer genug davon zu dir nehmen solltest, zum Beispiel durch Magnesiumtabletten oder magnesiumreiche Lebensmittel.

Diese Körperregionen sind besonders häufig betroffen

"Auffällig oft kommen Verhärtungen im Nacken, dem Hals und den Schulterblättern vor", so die Wahrnehmung von Dr. Parduhn – es müsse jedoch von einer Verallgemeinerung abgesehen werden. Bei Tennis- sowie Golfspielern kommen Muskelverhärtungen häufig innen und außen am Ellenbogen vor. Bei Fußballern oder Basketballern seien hingegen hauptsächlich die rückläufige Oberschenkelmuskulatur (Hamstrings) und die Waden betroffen.

Grundsätzlich kann jeder Muskel also verhärten. Einige Regionen sind jedoch besonders anfällig:

So erkennst du eine Muskelverhärtung

Solltest du dir eine Mygelose zuziehen, kannst du vor allem mit einer starken Verhärtung des betroffenen Bereichs und damit einhergehenden Schmerzen rechnen, welche möglicherweise die Bewegungsfähigkeit einschränken. Außerdem können daraus weitere Symptome resultieren, so etwa Schlafstörungen oder Kopfschmerzen bei Verhärtungen im Nacken.

Eine Entlastung schmerzender Muskelpartien – beispielsweise der Wade – durch Veränderungen der Körperhaltung birgt die Gefahr, dass es auf Dauer zu einem Schiefstand des Beckens oder der Schultern kommt. Dies lässt sich allerdings durch die zeitnahe Behandlung der Muskelverhärtung ausschließen.

Muskelverhärtung vorbeugen und behandeln: Diese Maßnahmen können helfen

Nicht jede Methode wirkt bei jedem Menschen gleich gut. Dennoch gibt es einige bewährte Ansätze.

Wie beuge ich einer Mygelose vor?

Für alle Sportler gilt: Wer die Aufwärmphase "zu kurz" gestaltet oder gar auslässt, erhöht die Gefahr, eine Muskelverhärtung (oder Schlimmeres) mit nach Hause zu nehmen. Neben einem ausgiebigen Aufwärmprogramm empfiehlt Dr. Parduhn: "Dehnen ist besonders wichtig bei der Prävention von Muskelverhärtungen. Je älter man wird, desto verkürzter wird man und umso wichtiger ist es, sich regelmäßig zu dehnen." Zudem sei die regelmäßige Auflockerung der Muskulatur mit einer Faszienrolle unerlässlich – sowohl zur Vorbeugung als auch zur nachträglichen Behandlung einer Mygelose.

Wie wird eine Muskelverhärtung behandelt?

Von Salben und Wärmepflastern über heiße Bäder und Massagen bis hin zur Akupunktur oder einer Stoßwellentherapie mit Ultraschall: Die Ansätze bei der Behandlung von Muskelverhärtungen sind vielfältig. So vielfältig, dass man leicht den Überblick verlieren kann. Dr. Timo Parduhn unterteilt in Methoden, die kurzfristig zur Besserung beitragen, und eine, die zwar unangenehm ist, jedoch am langfristigsten die Muskelverhärtung löst:

1. Wärmetherapie

Eine Wärmetherapie der Mygelose mit Wärmepflastern, Wickeln, Bädern oder einem Sauna-Besuch weitet die Blutkanäle in deinem Körper, was wiederum den Stoffwechsel anregt und die Muskulatur entspannt. Der wohltuende Effekt verfliegt allerdings einige Minuten nach der Behandlung, da die Kanäle sich schnell wieder schließen. Der sogenannte "Rebound-Effekt" führt demnach dazu, dass Wärme keine Maßnahme darstellt, um eine Muskelverhärtung vollständig zu lösen.

Unmittelbar nach der Verhärtung des Muskels solltest du einen Kompressionsverband anlegen und die Muskelpartie kühlen. Die Einnahme von schmerzlindernden und entzündungshemmenden Mitteln wie Ibuprofen hilft zwar auch kurzfristig, langfristig kann so jedoch die Mygelose nicht behandelt werden.

2. Faszientherapie

"Schmerzfrei ist man, wenn der Muskel gelockert ist, nicht vorher", stellt Dr. Parduhn klar. Die Auflockerung des Muskels gelinge seiner Ansicht nach am wirkungsvollsten durch eine Faszientherapie. Bei jener wird durch Druck auf die Faszien, welche Teil des Bindegewebes sind, versucht, den Ausgangspunkt der Verspannung zu finden und zu lösen.

Das wichtigste Werkzeug dieser Behandlungsform sind Faszienrollen oder -bälle, auf denen die verhärteten Bereiche unter ständiger Last des eigenen Körpergewichts hin und her gerollt werden – alternativ kannst du auch Tennisbälle oder Ähnliches nutzen. Dies kann schmerzhaft werden, weshalb du anfangs vorsichtig um die Verhärtung herumrollen solltest. "Irgendwann muss man trotzdem über den schmerzhaften Punkt, da führt kein Weg dran vorbei", betont Dr. Parduhn. Kein Grund zur Sorge: Ernsthafte Verletzungen können dabei nicht entstehen.

Diese Faszienrollen gibt es:

Letztendlich kannst du alle Ansätze nutzen, die bei dir gegen die verhärteten Muskeln wirken, von einer kurzfristigen Besserung oder Schmerzfreiheit solltest du dich jedoch nicht täuschen lassen.

Darf ich mit einer Muskelverhärtung weiter trainieren?

Die Antwort unseres Experten ist eindeutig: "Es kann ganz normal Sport getrieben werden. Allerdings sollte man nur die Muskeln trainieren, die nicht von der Mygelose betroffen sind." Solange du also die schmerzenden Muskelpartien umgehst und diese keiner sportlichen Belastung aussetzt, kannst du unbesorgt trainieren. Wer diesen Rat ignoriert, zögert die Heilung hinaus.

FAQ: Häufige Fragen zu Muskelverhärtungen

Fazit